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Es herrscht die Tierwohlhysterie

Jutta Bennewitz von der Sächsischen Milcherzeugergenossenschaft Quersa äußert sich zum Leserbrief von Sebastian Fischer, SZ vom 16. Juni, Seite 17: Der Beitrag spricht uns Landwirten aus dem Herzen. In...

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Jutta Bennewitz von der Sächsischen Milcherzeugergenossenschaft Quersa äußert sich zum Leserbrief von Sebastian Fischer, SZ vom 16. Juni, Seite 17:

Der Beitrag spricht uns Landwirten aus dem Herzen. In den vergangenen Jahren haben die meisten Unternehmen viel Geld in die Hand genommen, um die Haltungsbedingungen für die Tiere zu verbessern. Auch in unserem Unternehmen wurden drei Millionen Euro investiert, um das Prinzip der Anbindehaltung umzuwandeln in Laufstallhaltung. Davon konnten sich am vergangenen Samstag auch unsere Verpächter beim Verpächtertag überzeugen. Bei insgesamt zwölf Rundgängen wurden viele interessierte Fragen gestellt, die aber im Gegensatz zur „Tierwohlhysterie“, die die Kirche (siehe Artikel zur Verpachtung von Kirchenland) oder diverse Berichte in den Medien betreiben, von einem realistischen Interesse geprägt waren. Der dosierte Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung und ein vernünftiger Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sind auch in unserem ureigensten Interesse, da wir damit die Gesundheit der Tiere, die Ertragsfähigkeit der Böden und natürlich die Liquidität des Unternehmens sichern. Denn jedes nicht eingesetzte Mittel macht sich natürlich auch in unserer Geldbörse bemerkbar. Landwirtschaft betreiben heißt: Die Ernährung der Bevölkerung sichern und Arbeitsplätze im ländlichen Raum erhalten. Dass wir dies tun können, dafür möchten wir noch einmal unseren Verpächtern danken, die uns das Produktionsmittel Boden zur Verfügung stellen. Und wir sagen auch danke an all die Mitarbeiter, die täglich für den Erhalt der landwirtschaftlichen Produktion kämpfen.

Die Weltausstellung in Mailand hat das Thema: „Den Planeten ernähren ...“. Das ist ein großes Ziel. Da fragen wir uns natürlich bei manchen verklärten Darstellungen über die Produktion in der Landwirtschaft, ob diesen Leuten noch klar ist, wie die Ernährung erfolgen soll. Leute! Die Milch kommt von der Kuh, das Brot kommt vom Feld – es wächst nicht im Supermarkt! Landwirtschaft im Zusammenhang mit dem Erhalt der Umwelt sehen, das ist auch unser Anliegen. Maßnahmen, die dem Schutz der Umwelt dienen sollen, müssen aber immer so gestaltet sein, dass eine sinnvolle Produktion möglich ist, die auch den Arbeitskräften einen ordentlichen Lohn ermöglicht. Wir bitten Euch Politiker und Kirchenvorstände, geht an die Basis, schaut Euch Menschen und Arbeit an.