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Es ist die Angst vor den Fernsehbildern

über das Ausblenden von 56 Jahren

Birgit Ulbricht

Bei einem Filmdreh und in historischen Bildern von Festumzügen sind politische Symbole erlaubt, die im Alltag verboten sind. Weil geschichtliche Zusammenhänge im Kontext aufgearbeitet und dargestellt werden – soweit der Gesetzgeber. Doch darauf zu achten, dass alle Vorgaben eingehalten werden, meinetwegen mit freiwilliger Selbstbeschränkung, ist den Organisatoren des Tages der Sachsen einfach zu heikel.

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Stattdessen blendet Sachsen lieber 56 Jahre seiner Geschichte aus – mit Verweis auf die eigene Verfassung. Militärische Fahrzeuge und uniformierte Personen aus den Jahren 1933 bis 1989 dürfen nicht gezeigt werden. Um dem Ansehen des Freistaates nicht zu schaden. Dem Ansehen im Fernsehen, wohlgemerkt. Denn der ganze Festumzug wird natürlich übertragen. Und was sollen denn andere über Sachsen denken, wenn plötzlich Bilder von „Wehrmachtsangehörigen“ zu sehen sind? Dann wären wir wieder mal die braune Ecke in Deutschland. Ein verständlicher Reflex in einer medial getriebenen Zeit also. Nur hilft er eben nicht. Denn natürlich wurde im Ersten Weltkrieg auch nicht freundlich gestorben, und das Kaiserreich war ja nun wahrlich keine Demokratie. Sich für Husaren, Ulanen oder selbst Schwedenkönig Gustav vor den Toren Großenhains zu begeistern, ist letztlich auch kriegsverherrlichend. Dass ausgerechnet die Garnisonsstadt Großenhain diese eigentlich übergreifende Debatte bekommt, ist einfach historisches Pech. Aber davon hatten wir ja zuletzt reichlich.