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„Es ist Zeit für eine weibliche Abgeordnete“

Nach der überraschenden Ankündigung von Thomas de Maizière, nicht wieder anzutreten, gibt es die ersten Spekulationen im CDU-Lager.

NImmt langsam Abschied von Meißen: Thomas de Maizière tritt 2021 nicht mehr als Bundestagskandidat an. Wer wird sein Nachfolger?
NImmt langsam Abschied von Meißen: Thomas de Maizière tritt 2021 nicht mehr als Bundestagskandidat an. Wer wird sein Nachfolger? © Robert Michael

Meißen. Für die meisten Meißner CDU-Vorständler kam es überraschend, was ihr Bundestagsabgeordneter ihnen am Montagabend mitzuteilen hatte. Gleich im ersten Tagesordnungspunkt. Er trete zur Bundestagswahl 2021 nicht mehr an.

Eigentlich wollte sich Thomas de Maizière schon Ostern entscheiden. Dann bat er noch mal um Aufschub. Sein Umfeld rechnete erst im Herbst mit der Entscheidung, die jetzt plötzlich doch schon kam. Er habe es sich nicht leicht gemacht, sich mit seiner Frau Martina beraten. Obwohl viele politische Freunde ihn gebeten haben, noch einmal zu kandidieren, tritt er nicht mehr an. Er will Platz machen für einen Jüngeren, sagt der 66-Jährige.

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Die Meißner CDU weiß, welches politisches Schwergewicht sie im nächsten Jahr verliert. Ex-Justizminister und Landtagsmitglied Geert Mackenroth aus Radebeul sagte: „Schade. Ein Vorbild an intellektueller Klarheit und Aufrichtigkeit tritt ab. Er ist nicht nur für unseren Kreis Meißen ein Glückstreffer und gerade in diesen Zeiten kaum zu ersetzen. Höchster Respekt, Anerkennung und ein großes Dankeschön.“ 

Ähnlich klingt Landrat Arndt Steinbach: „Thomas de Maizière war und ist, trotz seiner wichtigen Aufgaben in Berlin, jederzeit für Belange des Landkreises und seiner Einwohner ansprechbar. Er hat viel bewegt.“ Der Landrat zählt den Bundesverkehrswegeplan oder viele Einzeldenkmale auf, die durch sein Zutun in den Genuss von Bundesförderung kamen. Oder die Riesenpumpe beim THW Riesa. „Im Namen des Landkreises Meißen danke ich herzlich.“

CDU-Kreisvorsitzender Sebastian Fischer reiht sich ein: „Er gibt der Wiege Sachsens eine Stimme im Reichstag - man hört auf ihn. Auch mir persönlich sind seine Ratschläge sehr wichtig.“ In der Asylkrise stand er als Garant des Rechtsstaates für Sachlichkeit und Kompetenz.

Dass die Nachfolgerfrage noch nicht sehr laut diskutiert wird, hängt mit der ausstehenden Landratswahl zusammen. Die Kandidaten für beide Ereignisse könnten sich gleichen. Für die Landratswahl, die jetzt vermutlich am 1. November stattfinden soll, haben sich in der CDU Kreisvorsitzender Fischer und der Zeithainer Bürgermeister Ralf Hänsel, der kein CDU-Mitglied ist, gemeldet. Zumindest für die Bundestagswahl müsste Hänsel es wohl werden. 

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