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Es rauscht in der Schildkröte

Hochwasserschutz. Nach über einem Jahr Bauzeit zeigte die sanierte Talsperre Malter jetzt, was sie leisten kann.

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Von Regine Schlesinger

Es rauscht gewaltig in der sogenannten Schildkröte, dem Schieberhaus, in das die beiden neuen Rohre des Grundablasses münden. Seit 7 Uhr schießt das Talsperrenwasser mit Macht hindurch.

Schrittweise Abgabe

„Wir haben die Abgabe schrittweise erhöht“, erklärt Talsperrenmeister Michael Kloppisch. Von bescheidenen 0,14m3/sec steigert sich die Wassermenge, die in der Roten Weißeritz landet, zwischen 7 und 13 Uhr auf beachtliche 26 m3/sec. Dann fahren die Schieber wieder in ihre Ausgangsposition zurück. Nach der rund zwei Millionen Euro teuren Sanierung der beiden 90 Jahre alten Rohre des Grundablasses und dem Neubau einer Toskammer hatte die Landestalsperrenverwaltung (LTV) für Mittwoch einen Funktionstest angesetzt.

Alles läuft nach Plan

Zufriedene Gesichter bei LTV-Betriebsleiter Karl Dybek und dem für die Talsperren zuständigen Betriebsteilleiter Wolfgang Schneider. Es läuft alles nach Plan. Die neuen Einbauten sind leistungsfähig genug, um innerhalb von 24 Stunden den freien Stauraum in der Malter von rund vier auf über sechs Millionen Kubikmeter zu erhöhen.

„Wir sind froh, dass wir die 14 Monate Bauzeit gut überstanden haben“, sagt Schneider. Knapp sei es zur Zeit der Schneeschmelze geworden, weil über die Umleitungsrohre nur begrenzt Wasser abgegeben werden konnte. Dafür steht jetzt die doppelte Kapazität zur Verfügung. Bislang wurde nur eines der beiden Rohre als Grundablass genutzt, durch das andere floss das Wasser zum Esag-Kraftwerk. Das erhielt jetzt eine eigene Leitung.

Die Funktionsprobe am Mittwoch war zugleich auch ein Test für die Meldewege. Drei Firmen, die am Unterlauf der Weißeritz bauen, sowie Dippoldiswalde, Rabenau, Freital und Dresden erhielten per Fax oder Telefon Bescheid über das ansteigende Wasser im Fluss. „Das hat alles gut geklappt“, versichert Kloppisch.

Lehre aus Hochwasser gezogen

Doch auch die beste Sanierung kann die Talsperre nicht zu einem sicheren Bollwerk bei einer Katastrophe machen, wie sie im August 2002 über die gesamte Region hereinbrach. „Beim Umbau haben wir versucht, die Lehren dieses Hochwassers zu berücksichtigen. Eine neue Stauanlage konnten wir aber nicht bauen“, sagt der Talsperrenmeister.