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Es rollt auf Pirnas Nordumfahrung

Weil die Südumfahrung gebaut wird, gibt es jetzt am Autobahnzubringer eine Ausweichstrecke - voraussichtlich bis Mitte 2022.

Pirnaer Nordumfahrung am Autobahnzubringer: Vorbereitung für den Knotenpunkt Feistenberg.
Pirnaer Nordumfahrung am Autobahnzubringer: Vorbereitung für den Knotenpunkt Feistenberg. © Deges

Seit über zwei Jahren läuft der Bau der Pirnaer Südumfahrung. Die Ortsumgehung, die einmal die Innenstadt vom Durchgangsverkehr entlasten soll, wird am Pirnaer Autobahnzubringer abzweigen und von dort aus über zwei Täler und durch einen Tunnel bis zur B 172 auf dem Sonnenstein führen. 2023, so ist der Plan, soll die 3,8 Kilometer lange Trasse fertig sein.

Doch bevor der Verkehr über die Südumfahrung rollt, geht zunächst etwas anderes an den Start: Pirnas Nordumfahrung. Die Straßenschleife, von den Bauleuten so getauft, weil sie nördlich des Autobahnzubringers verläuft, ist nun fertig, voraussichtlich bis Mitte 2022 wird der Verkehr über diese Ausweichstrecke fließen.

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Eine Strecke, zwei Vorteile

Den Kniff mit der Nordumfahrung ersann die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges), Bauherr der Südumfahrung, gleich aus zwei Gründen: Einerseits können die Bauleute dadurch größtenteils hindernisfrei die Südumfahrung an den Autobahnzubringer anbinden. Andererseits verläuft die Interimsstrecke weitgehend auf jener Trasse und auf jenem Niveau, wie später einmal eine der Auffahrtsrampen der Südumfahrung zum Autobahnzubringer. Allerdings schränkt die Ausweichtrasse den Verkehr auf dem Autobahnzubringer nun vorübergehend etwas ein.

Wer bislang von Pirna aus in Richtung Autobahn 17 unterwegs war,  passierte zunächst den kurzen Tunnel hinter der Sachsenbrücke und fuhr dann in einer langgezogenen Rechtskurve bergauf, zwei Fahrspuren zogen sich durchgehend bis zur Autobahn. Auch wer von der Autobahn kam, konnte bislang auf zwei Fahrspuren gen Pirna rollen.

Allerdings wäre der bis dato vierspurig fließend Verkehr auf dem Autobahnzubringer hinderlich für den Bau des sogenannten Knotenpunktes "Feistenberg" - so heißt die Anbindung der Südumfahrung an den Autobahnzubringer - gewesen. Denn das Vorhaben ist nicht ganz einfach.

© SZ Grafik

Neue Brücke am Autobahnzubringer

Der Knotenpunkt "Feistenberg" wird nach Aussage von Ulrich Gawlas, Bauoberleiter der Südumfahrung, kreuzungsfrei gestaltet. Künftig wird es dort mehrere Auf- und Abfahrtsrampen geben, über die sich der Verkehr auf die Trassen ein- und ausfädelt. 

Für den Anschluss der beiden Straßen ist eine weitere Brücke notwendig, ein Teil der Südumfahrung verläuft später unter dem Autobahnzubringer hindurch. Kraftfahrer, die von der Südumfahrung kommen und weiter in Richtung Autobahn wollen, fahren künftig unter dem Autobahnzubringer hindurch und nördlich davon auf die Trasse auf. Ebenso fahren all jene, die auf dem Autobahnzubringer von Pirna kommen und auf die Südumfahrung wollen, nördlich des Autobahnzubringers ab, und dann unter diesem hindurch auf die Südumfahrung.

Damit sich die Bauleute und der Verkehr auf dem Autobahnzubringer nicht ins Gehege kommen, war zunächst Folgendes geplant: Je nach Baufortschritt an der Unterführung sollte jeweils ein Fahrstreifen des Autobahnzubringers gesperrt werden und der Verkehr über den jeweils anderen fließen - mit dann nur einer Fahrspur je Richtung. Doch diesen Plan verwarf die Deges rasch wieder. 

Nur eine Fahrspur je Fahrtrichtung

Stattdessen ersannen die Planer eine neue Lösung: die Nordumfahrung auf Zeit. Fachleute errichteten eine komplett neue Umleitungsstrecke nördlich des Autobahnzubringers, eine Art Schleife, die um die Brückenbaustelle herumführt. Während der gesamten Bauzeit wird der Verkehr über diese Ausweichstrecke rollen. "Das hat den Vorteil, dass die Kraftfahrer dann diese Strecke kennen und sich nicht ständig an die wechselseitigen Sperrungen auf dem Autobahnzubringer gewöhnen müssen", sagt Gawlas.

Um diese Schleife zu bauen, rodeten die Arbeiter im Vorfeld Bäume und Büsche, zudem gruben sie einen tiefen Taleinschnitt in die Böschung nördlich des Autobahnzubringers. Zudem durchbrachen sie den Mittelstreifen auf dem Autobahnzubringer, diese Stellen dienen nun vorübergehend als Überfahrt, damit der Verkehr aus Richtung Autobahn problemlos auf die Ausweichstrecke und danach wieder zurück auf die gewohnte Fahrbahn wechseln kann. An der Nordschleife montierten die Fachleute Leitplanken, ebenso wurde die Trasse markiert. 

Auf der Interimsstrecke gibt es jetzt nur noch eine Fahrspur je Fahrtrichtung. 

Wer von der Nordumfahrung kommt, muss über den Mittelstreifen des Autobahnzubringers auf die gewohnte Fahrbahn wechseln.
Wer von der Nordumfahrung kommt, muss über den Mittelstreifen des Autobahnzubringers auf die gewohnte Fahrbahn wechseln. © Deges

Tunnelbau beginnt in Kürze

Weil nun diese Vorarbeiten erledigt sind, beginnt in dieser Woche der Bau des Knotenpunktes Feistenberg. 

Vom Autobahnzubringer führt die Südumfahrung später am Lindigtgut vorbei hinunter ins Seidewitztal. Auf diesem Abschnitt errichteten die Bauleute bereits einen Fledermaustunnel, darüber hinaus wird in Höhe des Gutes eine Unterführung für den Wirtschaftsweg  gebaut, damit die Landwirte auch künftig hindernisfrei ihre Felder erreichen können.

Die Brücken über die Seidewitz und über die Zehistaer Straße sowie der dazugehörige Kreisverkehr sind schon seit geraumer Zeit fertig. Der Bau der Brücke übers Gottleubatal läuft ebenfalls seit einiger Zeit, in Kürze beginnt auch der Bau des Tunnels durch den Kohlberg.

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