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„Es sind Dinge vorgefallen, die wir nicht dulden“

BuS nimmt Stellung zu den Kündigungen von Maiwald und Kiel. Warum es doch nicht zum Gerichtsprozess kam.

Von Jens Ostrowski

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Noch keine Einigung in Sicht: In der zweiten Kammer des Arbeitsgerichts Dresden blieben Dienstagmittag die Stühle leer. Die gekündigte Controllerin und ehemalige Mitgesellschafterin von BuS-Elektronik, Ellen Kiel, muss weiterhin auf eine Entscheidung vor dem Arbeitsgericht in Dresden warten. Der für den Dienstag anberaumte Gütetermin wurde verschoben, weil die zuständige Richterin erkrankt ist. Das bestätigte eine Sprecherin des Gerichts der Sächsischen Zeitung.

Kiel war nach SZ-Informationen zum 22. Dezember von BuS und Neueigentümer Neways fristlos entlassen worden. Ihr soll vorgeworfen werden, dem letztes Jahr ausgeschiedenen Unternehmensgründer Dr. Werner Maiwald die Kontodaten von bis zu 700 BuS-Mitarbeitern übermittelt zu haben. Hintergrund: Werner Maiwald als ehemaliger Haupteigentümer und die vier Minderheitsgesellschafter stellten von der Verkaufssumme zum Abschied 800 000 Euro an Geschenk-Prämien für verdiente und langjährige Mitarbeiter bereit – also aus dem Privatvermögen. Manche erhielten eine Anerkennung von bis zu 2 000 Euro. Kiel klagt seitdem gegen die Kündigung.

Während die BuS-Geschäftsführung bislang gegenüber der SZ alle Anfragen zum Sachverhalt mit Verweis auf das laufende Verfahren ablehnt, äußerte sie sich jetzt zumindest intern gegenüber der Belegschaft. Der Redaktion liegt das Schreiben vor.

Darin bestätigen Geschäftsleitung und Betriebsrat sowohl die Kündigung von Ellen Kiel als auch die Beendigung des Beratervertrags mit Dr. Werner Maiwald. Dazu heißt es: „Das haben wir nicht leichtfertig getan, sondern erst nach reiflicher Überlegung. Man trennt sich nicht einfach von Mitarbeitern, die sich jahrzehntelang um das Unternehmen verdient gemacht haben. Betriebsrat, Unternehmensleitung, Vorstand und Aufsichtsrat von Neways sind sich jedoch einig: Wir hatten keine andere Möglichkeit, als so zu handeln. Es sind Dinge vorgefallen, die wir nicht dulden können. Wer bei uns gegen geltendes Recht verstößt, muss wissen, dass er die Konsequenzen zu tragen hat!“

Über Details schweigt sich die BuS-Führung auch in dem Mitarbeiterbrief aus. Aus rechtlichen Gründen könnten derzeit keine weiteren Einzelheiten benannt werden, heißt es. Geschäftsführung und Betriebsrat präsentieren sich in dem Schreiben gegenüber ihren Angestellten transparent. Denn „wir möchten vermeiden, dass von außen Unsicherheit in unser Unternehmen getragen wird, denn unsere Dienstleistung ist Weltklasse. Wir sind ein gutes Unternehmen und das wollen wir bleiben.“

Wie eine Sprecherin des Arbeitsgerichts gestern sagte, werde ein neuer Termin nicht vor März angesetzt. Möglicherweise ist der dann aber gar nicht mehr nötig. Erfahrungsgemäß geht es laut einem Arbeitsrechtler in einem solchen Fall ohnehin nur noch um die Höhe der Abfindung.

Maiwald hatte letzte Woche Neways öffentlich unter anderem für die Kündigung seiner ehemaligen Geschäftspartnerin kritisiert. Daraufhin hatte die niederländische Konzernleitung Gesprächsbereitschaft signalisiert. Mitte Februar gibt es einen gemeinsamen Termin. Maiwald sagte letzte Woche: „Es müssen Entscheidungen zurückgenommen werden. Denn so geht es nicht.“ Damit meint er vor allem die Kündigung von Ellen Kiel. Gestern betonte er noch einmal: „Ich kann nicht verstehen, wie jemand fristlos gekündigt werden kann, bevor der Sachverhalt nicht aufgeklärt wurde.“

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