merken
PLUS

So klingt Polenz

Der Frauenchor in Polenz wurde 1983 gegründet. Damals waren sogar einige Männer dabei. Die hielten aber nicht lange durch.

Von Katarina Lange

Singen macht glücklich. Das hat kürzlich eine wissenschaftliche Studie bewiesen. Für die Mitglieder des Polenzer Frauenchores ist das nichts Neues. Seit genau 30 Jahren steht das Ensemble schon auf der Bühne, um dem Publikum ein Ständchen zu bringen. Eine, die von Anfang an dabei ist, ist Martina Herrmann. Die Polenzerin hat den Frauenchor 1983 gegründet. Seitdem leitet sie das Ensemble. Eine Aufgabe, mit der Martina Herrmann anfangs jedoch haderte. „Ich hatte zwei kleine Kinder, stand voll im Berufsleben“, erinnert sie sich. Der Spaß an der Musik überwog am Ende jedoch. Mit Flugblättern zog sie damals durch Polenz, um genügend talentierte Sänger zusammenzutrommeln. Und noch eine Geschichte spornte Martina Herrmann an. In Polenz gab schon einmal einen Chor – einen gemischten. Dieser sollte wiederbelebt werden.

Anzeige
Pflegestudium: Bachelor & Berufsabschluss
Pflegestudium: Bachelor & Berufsabschluss

Studium und Pflegepraxis vereinen? Bewerben Sie sich bis zum 1. April 2021 an der ehs Dresden für den Bachelor-Studiengang Pflege!

Am 21. November 1983 war es dann so weit. Zum ersten Mal traf sich der zukünftige Chor. Dazu gehörten allerdings nicht nur Frauen. Drei Männer mischten anfangs in dem Chor mit. Sie blieben jedoch nicht lange. „Auf die Frauen war mehr Verlass, als auf die Männer“, erzählt Martina Herrmann. Die drei Sänger fehlten aus beruflichen Gründen oft bei den Proben. Das machte die Arbeit des Chores nicht einfacher. Die Mitglieder entschieden sich deshalb dazu, die wenigen Männer auszuladen. „Seitdem sind wir ein reiner Frauenchor“, sagt Martina Herrmann.

Heute gehören 26 Sängerinnen zu dem Ensemble. Der Großteil kommt direkt aus Polenz. Aber auch aus Neustadt oder Berthelsdorf stammen die Talente. In den letzten drei Jahrzehnten hat sich die Gruppe ein umfangreiches Repertoire angeeignet, aus dem nun geschöpft wird. Mehr als 200 Lieder hat der Frauenchor Polenz drauf, davon etwa 50 Weihnachtslieder. Ob alle Sängerinnen die Texte auswendig können. „Das wäre schön“, sagt Martina Herrmann und muss lachen. Viele Stücke kennt der Chor schon aus dem Effeff. Manchmal genügt schon ein Stichwort, dann haben die Sängerinnen die komplette Strophe parat. Ansonsten helfen die Liedermappen, die die Frauen zu Konzerten mitnehmen.

Ein Stück singen sie besonders gern. Es trägt den Titel „Auf das Leben“, in dem es um einen Chor geht. „Ansonsten mögen wir alle Liedarten gern“, sagt Martina Herrmann. Dazu gehören Frühlings- und Wanderlieder, aber auch Volks- und Heimatlieder sowie Liebeslieder. Jetzt im Advent stimmen sie zudem weihnachtliche Melodien an. Ab und zu trauen sich die Polenzer auch an moderne Lieder heran. Zu den Höhepunkten im Chorleben gehören die Frühlings- und Weihnachtskonzerte in Polenz. Doch nicht nur im eigenen Ort fühlen sich die Sängerinnen zu Hause. Konzerte geben sie auch in der Hohwaldklinik, auf dem Neustädter Weihnachtsmarkt oder in der Kirche.

Damit die Musik das Publikum überzeugt, proben die Sängerinnen einmal pro Woche. Immer montags treffen sie sich zwischen 19.30 Uhr und 21 Uhr in der Friedrich-Schiller-Oberschule in Neustadt. „Wir würden uns sehr freuen, wenn wir neue Sängerinnen finden würden“, sagt Martina Herrmann. Dem Ensemble würden vor allem Alt-Stimmen fehlen. Wer neugierig ist und Spaß an Musik und Gesang hat, kann zu den Proben kommen. Sie beginnen nach der Weihnachtspause am 6. Januar wieder.