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„Es sollte kein Aufguss der ersten Broschüre werden“

Literatur. Auf 236 Seiten wird eine 80-jährigeLebensgeschichte erzählt.

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Von Frank Fischer

Gegenwartsliteratur über historische Standorte in Görlitz erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Das konnten jetzt auch Günter Leichtl und Ludwig Steiniger in der NeisseGalerie erfahren. Sie stellten ihre komplett neu überarbeitete Broschüre „Aus der Geschichte des Görlitzer Flugplatzes von 1925 bis 2005“ vor.

Beide lernten sich Mitte der neunziger Jahre kennen. Steiniger schrieb für die Monatszeitschrift „Türmer“ Artikel zum Görlitzer Flugplatz, und Leichtl war damals für das Layout des Journals zuständig.

Als 1995 der Görlitzer Flugplatz sein 70-jähriges Jubiläum feierte, erstellten sie ihre erste Broschüre über diesen Flugplatz. Das Produkt ging „weg wie warme Semmeln“ und tauchte sogar in den USA auf. „Immer wieder erreichten uns Anfragen, ob es nicht eine Neuauflage geben könnte“, erinnert sich Ludwig Steiniger.

Vor zwei Jahren entschloss man sich dann, zum 80-jährigen Jubiläum des hiesigen Flugplatzes eine neue Broschüre auf den Markt zu bringen. „Ein Aufguss sollte es aber nicht sein“, erzählt Günter Leichtl. Der Lebenslauf des Geburtstagskindes wurde neu aufgeschrieben und mit vielen, bisher unveröffentlichten historischen Fotos illustriert. Außerdem bietet die wesentlich dickere Broschüre (236 Seiten) Berichte von Zeitzeugen zur Nachkriegsgeschichte über den Segelflugzeugsport in Görlitz und wie sich die Zeppelin-Luftschiffe von der ersten bis zur letzten Konstruktion entwickelt haben.

Ludwig Steiniger, der früher als Ingenieur im Kraftwerk Hagenwerder gearbeitet hat, beschäftigt sich schon über 20 Jahre mit der Postgeschichte von Görlitz. „Natürlich gehört auch die Luftpostbeförderung dazu, und das führte mich zur Historie des Flugplatzes“, erinnert sich der Vorsitzende des Görlitzer Briefmarkensammlervereins.

Aus der Sammelleidenschaft entstand dann ein Archiv, das Auskunft gibt, von der ersten Luftpostbeförderung 1924 anlässlich der Görlitzer Flugtage bis 1939, als der Zeppelin in der Neißestadt zur letzten Luftpostbeförderung im Anflug war. Über 20 Originalbelege konnte Ludwig Steiniger aus der Zeit von 1925 bis 1953 ergattern. Postkarten, Ansichtskarten und Briefe, die zum Bildmaterial der neuen Broschüre gehören.

Mosaikstein in der Geschichte

Für den Zeitraum von 1953 bis 2005 war sein Partner Günter Leichtl zuständig. Er hat viele Jahre Berufserfahrung im Marketingbereich hinter sich. Vor allem was Werbetexte und Publikationen betrifft. Mit Begeisterung übernahm er natürlich auch Satz und Gestaltung der Broschüre. „Diese zusätzliche Aufgabe hätte ich aber nicht gepackt, wenn Mike Garbe, Jürgen Horn und Frank-Uwe Muszala mich nicht so zuverlässig unterstützt hätten“, sagt Günter Leichtl. Zum Beispiel beim Korrekturlesen oder bei der Recherche.

Besonders bedanken möchte sich das Autorenteam bei Peter Baumgart vom Kulturhauptstadtbüro, weil er die Freigabe des Logos unterstützt hat, bei der Landskronbrauerei und beim Offsetdruck Gunter Dünnbier aus Großschönau.

„Diese Broschüre soll ein weiterer Mosaikstein zur Aufarbeitung der Geschichte unserer Stadt sein“, versichern beide Hobby-Schriftsteller.

Nach Pfingsten ist das Buch im SZ-Treffpunkt im CityCenter Frauentor (erster Stock) erhältlich sowie in allen Buch- und Zeitschriftenläden.