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„Es wird Sieger und Verlierer geben“

Frank Paulus und Paul Rabe trainieren die besten Fußballklubs der Region. Auch hier bestimmt Corona den Alltag.

Hält Kleingruppen-Training, wie es bei den Profis derzeit wieder erlaubt ist, nicht für sinnvoll: Wilsdruffs Trainer Paul Rabe (31)
Hält Kleingruppen-Training, wie es bei den Profis derzeit wieder erlaubt ist, nicht für sinnvoll: Wilsdruffs Trainer Paul Rabe (31) © Andreas Weihs

Die Fußball-Abteilungen des VfL Pirna-Copitz und der SG Motor Wilsdruff stehen derzeit vor einer gewaltigen Bewährungsprobe - obwohl Sport aktuell nur Nebensache ist. Statt dem Kampf um Punkte und Platzierungen in der Landesliga, Sachsens höchster Spielklasse, bestimmt auch bei den besten Klubs im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge der Corona-Virus die Gegenwart sowie die Planungen für die Zukunft.

Sächsische.de hat mit Wilsdruffs Trainer Paul Rabe (31) sowie Frank Paulus (41), der in Copitz gemeinsam mit Enrico Mühle das Übungsleiter-Duo bildet, über die aktuellen und kommenden Herausforderungen gesprochen.

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Pirnas Frank Paulus (41), der in Copitz gemeinsam mit Enrico Mühle das Übungsleiter-Duo bildet.
Pirnas Frank Paulus (41), der in Copitz gemeinsam mit Enrico Mühle das Übungsleiter-Duo bildet. © Marko Förster

Herr Paulus, Herr Rabe, wie geht es Ihnen und Ihren Familien?

Paulus: Danke der Nachfrage, uns geht es bestens.

Rabe: Uns geht es ebenfalls gut und im engeren Umfeld gab es auch noch keinen Corona-Fall.

Die letzten Punktspiele bestritten Sie mit Ihren Mannschaften am 7. März. Wie gestalten sich aktuell Ihre Wochenenden?

Paulus: Die Wochenenden verbringe ich mit meiner Familie. Durch die Zwangspause habe ich nun viel mehr Zeit für sie und genieße das im Moment.

Rabe: Ich bin Lehrer, die Schulen sind geschlossen, es gibt lediglich eine Notbetreuung. Im Moment nehmen sich die Woche und das Wochenende nicht viel. Vormittags baue ich an unsrem Haus, am Nachmittag hat die Familie Priorität.

Wie halten Sie Kontakt zu Ihren Spielern?

Paulus: In erster Linie über das Telefon.

Rabe: Mit WhatsApp kann man schnell und problemlos den Kontakt aufrechterhalten. Aber natürlich hört man sich nicht so oft wie beim Trainings- und Spielbetrieb. Wir wollen jetzt unsere eigene Motor-Challenge beginnen, bei der Spieler in Verbindung mit einem Trainingsplan kurze Eindrücke von ihrem Alltag erzählen. Damit soll der Kontakt untereinander gestärkt werden.

Gibt es schon Hinweise, dass Spieler möglicherweise nach der Corona-Krise nicht mehr auf den Fußballplatz zurückkehren werden, weil sie beruflich und familiär dann zu sehr eingespannt sind oder sich andere Probleme im Umfeld ergeben?

Paulus: Aktuell habe ich keine Informationen, dass einer meiner Spieler nach überstandener Krise die Schuhe an den Nagel hängen könnte. Ich hoffe, dass das so bleibt.

Rabe: Wir haben erst in der vergangenen Woche mit allen Spielern kommuniziert, und niemand hat derartige Absichten geäußert oder in Aussicht gestellt. 

Für den Profibereich gibt es in Sachsen Ausnahmeregelungen, die Übungseinheiten mit bis zu drei Spielern zulassen. Was halten Sie davon und wäre das auch für den Amateurbereich denkbar?

Paulus: Aus meiner Sicht ist das für uns nicht praktikabel. Der ein oder andere muss trotz der Krise noch arbeiten und wir können nicht die Trainingseinheiten über den ganzen Tag verteilen wie im Profibereich. Zudem ist das Vereinsgelände für jegliche Form des Trainings gesperrt. 

Rabe: Für den Profibereich ist es eine gute Möglichkeit, mit seinen Spielern persönlich im Kontakt zu bleiben. Im Amateurbereich würde ich solche Versuche für überzogen halten. Schließlich gibt es in solchen Zeiten weitaus wichtigere Dinge als den Fußball.

Beim Handball-Oberligisten SG Pirna Heidenau müssen die finanziellen Zuwendungen an die Spieler gekürzt werden. Wie ist das bei Ihren Vereinen?

Paulus: Das ist bei uns nicht anders und natürlich absolut in Ordnung. Wir sind schließlich aktuell auf dem Platz nicht für den Verein aktiv.Rabe: Bei uns werden bis auf unbegrenzte Zeit sämtliche Zahlungen eingefroren. Jeder Spieler und Verantwortliche hat diese Entscheidung des Vorstands eingesehen und solidarisch akzeptiert.

Was glauben Sie: Wird die Saison fortgesetzt?

Paulus: Es sind schon viele Spiele ausgefallen und weitere werden folgen. Ich glaube nicht mehr daran, dass wir die Saison zu Ende spielen können. Wie es danach weitergeht, muss der Verband entscheiden.

Rabe: Ich würde mir eine Fortsetzung wünschen, bin mir aber ziemlich sicher, dass die Aussetzung noch weit über den April hinausgehen wird. Damit wäre die Zeit, selbst mit englischen Wochen, viel zu knapp.

Angenommen, die Serie wird abgebrochen - wie würden Sie in der Auf- und Abstiegsfrage entscheiden?

Paulus: Es gibt ja schon viele Gerüchte. Ich bin der Ansicht, dass bei einem Abbruch eine Annullierung aller Spiele und somit keine Wertung die fairste Lösung wäre. So würden wir dann nächste Saison in gleicher Besetzung starten. Ich weiß, dass das für die Mannschaften, die gerade oben stehen und höchstwahrscheinlich aufgestiegen wären, sehr bitter ist, aber die Teams, die auf einem Abstiegsplatz rangieren, hätten sportlich keine Möglichkeit ihre Situation noch zu verbessern.

Rabe: Es wird, egal welche Entscheidung der Verband trifft, Gewinner und Verlierer geben. Wir sollten alle Verständnis zeigen und auch da Solidarität üben. Niemand wird eine Bauchentscheidung treffen.

Im März und April stehen immer die Vertragsgespräche an. Zeit scheint jetzt vorhanden, aber würden Verhandlungen aktuell Sinn machen?

Paulus: Die Zeit bleibt trotz Krise nicht stehen und auch wir brauchen Planungssicherheit für die neue Saison. Deshalb führen wir Vertragsgespräche. Aktuell ist das zwar nur übers Telefon möglich, aber es muss auch so gehen.

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