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Eselhof soll Behandlungskosten für gestürzte Besucherin bezahlen

Die Krankenkasse der Frau will das Geld zurück. Der Fall landete vor Gericht. Ähnlich erging es 2011 dem Museumsverbund.

Von Jens-Rüdiger Schubert

Der Besuch des Eselhofs in Deutsch Paulsdorf endete für eine 60-jährige Besucherin und ihre dreijährige Enkelin mit einem Unglücksfall. Dabei sollte der Ausflug ein Abenteuer werden. Mit der Eselkutsche wollten die beiden die Umgebung erkunden. Zusammen mit ihrer Enkelin nahm die Frau auf dem Kutschbock Platz. Aber ihrer Schilderung nach brach der Esel unterwegs plötzlich aus und galoppierte auf den Hof zurück. Da er dort eine scharfe Wende gemacht haben soll, stürzte die Frau von der Kutsche.

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Bei dem Unfall erlitt sie eine Schenkelhalsfraktur. Sie selbst machte gegenüber den Betreibern des Eselhofes keine Forderungen geltend. Dennoch wurde der Besitzer des Hofes jetzt verklagt. Die Krankenkasse Barmer will von Hofbetreiber Bernd Herrmann die Kosten erstattet bekommen, die für die Kranken- und Heilbehandlung der Frau angefallen sind. Dabei geht es um nahezu 8 000 Euro.

Bernd Herrmann bedauert den Vorfall sehr. In den zehn Jahren, die der Eselhof jetzt besteht, sei so etwas noch nicht vorgefallen. Lediglich ein Besucher habe sich mal einen Fuß eingeklemmt. Unfälle können leider auch im Freizeitbereich passieren, sagen Herrmanns. Eine völlige Sicherheit gebe es nicht. Die Hofbesitzer haben zwar eine Versicherung für solche Vorfälle abgeschlossen, aber wie es bisher aussieht, will die Versicherung den Schaden nicht regulieren.

Bernd Herrmann beteuert, dass ihn im Grunde keine Schuld an dem Vorfall trifft. Die Besucherin sei umfassend belehrt worden. Die ältere Dame schildert das aber anders. Um den Streit zu beenden, hat der Vorsitzende Richter der Zivilkammer des Landgerichts Görlitz, Hartmut Wiezorek, jetzt einen widerruflichen Vergleich angeregt. Bernd Herrmann muss die Behandlung bezahlen und zwei Drittel der Kosten des Rechtsstreits tragen. Damit wäre der Streit vom Tisch, vorausgesetzt, dass es zu keinem Widerspruch kommt. Einen ähnlichen Konflikt mit einer Krankenkasse musste vor zwei Jahren der Museumsverbund in Krobnitz vor Gericht austragen. Dort war der Sturz einer Besucherin über eine zweieinhalb Zentimeter hohe Türschwelle der Auslöser gewesen. Es ging um Behandlungskosten von 14 000 Euro. Die Aussagen waren widersprüchlich. Das Urteil fiel damals zuungunsten der gestürzten Besucherin aus. Der Museumsverbund musste nicht zahlen. (mit SZ/ah)