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Essen im schmalsten Lokal der Stadt

In der Königsbrücker Straße 48 serviert Steffen Jung täglich frisch Gekochtes sowie Literatur von Erich Kästner zum Dessert.

Von Johannes Hofmann

Es ist das wohl kleinste Lokal der Stadt. Auf nur 28 Quadratmetern Ladenfläche hat sich Steffen Jung den Traum von der Selbstständigkeit erfüllt und ein eigenes Restaurant, das „Jung und lecker“ eröffnet. Dort lebt der gebürtige Chemnitzer seine Leidenschaft zum Kochen aus.

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Für die verlässt er schon mit 16 Jahren seine Heimat und macht eine Ausbildung zum Koch in Österreich. Weil ihm die Berge nach und nach auf die Stimmung schlagen, packt er anschließend schnell wieder seine Sachen und findet in Dresden eine Anstellung im Freiberger Schankhaus.

Den Wunsch, sein eigenes Restaurant zu eröffnen, hat er dabei ständig. Weil für ein leer stehendes Lokal auf der Königsbrücker Straße die Miete günstig ist, entscheidet er sich quasi über Nacht dafür, die bisherige Arbeitsstelle im Schankhaus an den Nagel zu hängen. „Es musste alles ganz schnell gehen. Vor allem weil noch viel im Laden renoviert werden musste“, sagt Jung. Also heißt es für ihn, direkt nach der Arbeit im Schankhaus den Traum vom eigenen Lokal auf der Königsbrücker Straße Wirklichkeit werden zu lassen und nebenbei noch seine sechsjährige Tochter zu versorgen. „Zum Glück packten die Jungs aus meinem Fußballverein kräftig mit an“, sagt Jung. Im Restaurant haben kaum mehr Personen Platz, als eine Fußballmannschaft Spieler hat. Das stört ihn aber nicht. „Eigentlich wollte ich ein größeres Lokal eröffnen. Aber mittlerweile habe ich mich mit den 28 Quadratmetern Ladenfläche arrangiert“, sagt Jung. Außerdem sei die Größe des Restaurants nicht ausschlaggebend für den Geschmack seiner Gerichte, meint Jung. Täglich bereitet er zwischen 20 und 30 Mahlzeiten zu. Dabei immer etwas anderes. „Es ist eine Art Kantine für alle, die auf der Königsbrücker Straße und in der Nähe arbeiten“, sagt der Jungunternehmer. Um den Gästen zum Dessert etwas Besonderes zu bieten, macht sich Jung die Geschichte des Gebäudes zunutze.

„Erich Kästner hat viele Jahre seiner Kindheit in diesem Haus verbracht“, weiß der 28-Jährige. Mit dem Erich Kästner Museum plant er, im Eingangsbereich seines Lokals eine kleine Leseecke einzurichten. Dort sollen Werke des Dresdner Schriftstellers ausgelegt und zum Verleih angeboten werden.