merken
PLUS Politik

Urlaub in Corona-Zeiten: Europa lernt noch

Bei wichtigen Fragen bleibt die EU zahnlos. SZ-Korrespondent Detlef Drewes kommentiert die Reisebeschlüsse aus Brüssel.

Detlef Drewes ist SZ-Korrespondent in Brüssel.
Detlef Drewes ist SZ-Korrespondent in Brüssel. © Suliane Favennec/AFP/dpa/SZ

Eine entspannte Urlaubsreise sieht sicher anders aus. Aber die Europäische Kommission wollte erkennbar etwas tun, um die Bevölkerung für die Strapazen und Belastungen des Lockdowns zu belohnen. Und so entstand ein Paket, das zwar einerseits das Ende pauschaler Verfügungen verkündete und auf „gezielte Maßnahmen“ setzt, die den betroffenen Unternehmen, Anbietern und Mitgliedsstaaten zugewiesen werden. Aber andererseits ergeht sich Brüssel wieder einmal in letzten Details – etwa über Filtersysteme in Flugzeugen und international verkehrenden Bahnen und Bussen sowie Schiffen. Das ist unnötig bis unpassend.

Zumal die Stärken dieses Paketes an anderer Stelle liegen. Denn die EU lockert keineswegs den Druck auf die Regierungen, sich an europäische Vorschriften zu halten – wie beispielsweise an die Erstattungsregeln bei abgesagten Ferientrips. Mit viel Verständnis für die betroffenen Branchen hat man die geltenden Regelungen neu justiert, damit alle Beteiligten auf ihre Kosten kommen: geschädigte Urlauber ebenso wie Reisebüros und Airlines. Damit werden Passagier-Rechte an die neue Wirklichkeit angepasst.

Anzeige
Geld für Vereine, Projekte, mehr Zuversicht!
Geld für Vereine, Projekte, mehr Zuversicht!

Mit einem Crowdfundingprojekt unterstützt die Volksbank Dresden-Bautzen eG gemeinnützige Projekte.

Weiterführende Artikel

Auslands-Urlaubsziele vor dem Neustart

Auslands-Urlaubsziele vor dem Neustart

Hält der Trend bei den Corona-Zahlen an, sind in Europa einige Grenzen ab 15. Juni wieder offen. Wo könnte es mit dem Urlaub klappen? Ein Überblick.

Urlaubsreisen wohl ab Mitte Juni möglich

Urlaubsreisen wohl ab Mitte Juni möglich

Die Grenzen nach Österreich, Frankreich und wohl auch Dänemark sollen wieder öffnen - vorausgesetzt, die Infektionszahlen bleiben niedrig.

Corona: Viele Sachsen ändern Urlaubspläne

Corona: Viele Sachsen ändern Urlaubspläne

Wie eine Exklusiv-Umfrage von sächsische.de zeigt, musste etwa die Hälfte der Sachsen umplanen. Besonders eine Gruppe ist davon betroffen.

Zahnlos, weil außen vor, bleibt die EU hingegen bei so wichtigen Fragen wie den Grenzöffnungen und der Rückkehr zur Reisefreiheit innerhalb der Gemeinschaft. Das ist kein Beitrag zur gemeinsamen Bekämpfung des Virus, sondern eher einer zur Zersplitterung der EU. Rezepte für eine gemeinschaftliche Zukunft mit dem Erreger fehlen nach wie vor, obwohl alle wissen, dass sie nötig sind. Denn von der früheren Normalität sind alle gleich weit entfernt.

Aktuelle Informationen rund um das Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt lesen Sie in unserem Newsblog.

Mehr zum Thema Politik