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Europäische Zentralbank bleibt im Krisenmodus

Die Währungshüter belassen den Leitzins auf historischem Tiefststand von 0,25 Prozent. Weitere Schritte behält sich EZB-Chef Mario Draghi aber vor.

Frankfurt am Main. Nach der Senkung der Leitzinsen Anfang November sehen Präsident Mario Draghi und der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) derzeit keinen Grund, die Geldpolitik weiter zu lockern. Der Leitzins bleibt nach der letzten Sitzung des Gremiums in diesem Jahr bei 0,25 Prozent. Auch den Zins für Einlagen der Banken ließen die Notenbanker unverändert bei null Prozent.

Zuletzt war darüber spekuliert worden, dass dieser Zins in den negativen Bereich gedrückt werden könnte und damit zum Strafzins würde, damit Institute das Geld nicht mehr bei der EZB parken, sondern in Form von Krediten an Verbraucher und vor allem an Unternehmen ausreichen, um die Wirtschaft anzukurbeln. „Wir haben heute nur kurz darüber gesprochen“, sagte Draghi nach der Sitzung. Er räumte aber ein, dass das Notenbank-Geld, das sich die Banken leihen, weiter vor allem kaum bei den Unternehmen ankommt. Auch im Oktober – für November liegen noch keine Daten vor – sei die Kreditvergabe an Firmen um 2,9 Prozent geschrumpft, ähnlich wie in den Monaten zuvor. Der EZB-Präsident sagte aber auch, dass geldpolitische Entscheidungen „eine gewisse Zeit brauchen, bis sie wirken“. Deshalb sei es viel zu früh, über weitere Schritte zu spekulieren.

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Der EZB-Chef gab sich zuversichtlich, dass sich die Lage in der Eurozone weiter verbessern wird. Den gestern vorgelegten Prognosen zufolge wird die Wirtschaft in der Eurozone nach einem Rückgang um 0,4 Prozent im laufenden Jahr 2014 um 1,1 und 2015 um 1,5 Prozent wachsen. 2013 werde die Preissteigerung bei 1,4 Prozent liegen, im nächsten Jahr bei 1,1 und 2015 bei 1,3 Prozent. Preisstabilität sieht die EZB bei knapp unter zwei Prozent gewährleistet. Auch vor diesem Hintergrund bezeichnete Draghi die Entscheidung von Anfang November, den Leitzins von 0,5 auf 0,25 Prozent zu senken, als absolut richtig. (otr)