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Ex-Formel-1-Pilot fährt für Lausitzer Rennstall

Die Tourenwagen-WM startet am Wochenende in die Saison – und doch noch mit einem Sachsen.

Das Angebot kam spät, aber gerade noch rechtzeitig. Der TV-Sender Eurosport, der die Tourenwagen-WM vermarktet, bot dem Team Münnich Motorsport aus Friedersdorf in der Oberlausitz vor gut einem Monat zwei nagelneue Chevrolet Cruze zum Kauf an. „Das konnte ich nicht ausschlagen“, erklärt Rennstall-Besitzer René Münnich. Damit tritt das erste und bisher einzige ostdeutsche Team doch noch beim Saisonauftakt der World Touring Car Championships (WTCC), wie die Serie offiziell heißt, am Wochenende in Marrakesch (Marokko) an.

Eigentlich hatte Münnich, der sein Hobby dank seiner Internet-Firma finanzieren kann, nach einer erfolgreichen Premieren-Saison in diesem Jahr mit der WTCC-Saison bereits abgeschlossen – weil er ohne Autos dastand. Das drittbeste Team 2013 fuhr in Seat Leons, doch der spanische Hersteller zog sich überraschend aus der Serie zurück. Und die modifizierte in der Winterpause das technische Reglement: mehr PS und breitere Reifen. Die Änderungen sind derart komplex, dass auch Umbauten nichts gebracht hätten.

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Da der Engländer Robert Huff, im Vorjahr Gesamtvierter, durch das zwischenzeitliche Aus bereits bei Lada unterschrieben hatte, und Marc Basseng aus gleichem Grund als Werksfahrer zu Audi zurückkehrte, musste sich Münnich einen neuen Piloten suchen. Und fand mit Gianni Morbidelli einen ehemaligen Formel-1-Fahrer. Der Italiener bestritt zwischen 1990 und 1997 für Minardi, Arrows und Sauber Red Bull 67 Grand-Prix-Rennen, war auch Testfahrer für Ferrari. Der Teamchef traut dem inzwischen 46-Jährigen Podestplätze zu.

Münnich selbst wird wie im vergangenen Jahr erneut ins Lenkrad greifen, sein Team aber nur zwei statt drei Autos einsetzen. „Top-Ten-Plätze sollten mein Ziel sein“, erklärt er. Nebenbei steigt der Unternehmer in dieser Saison noch in die Rallyecross-WM ein. (SZ/dk)

TV-Tipp: Eurosport überträgt die beiden Rennen in Marrakesch am Sonntag ab 17 Uhr live.