merken
PLUS

Ex-Hochschulrektor holt erstklassige Musiker nach Zittau

Die Reihe „Stunde der Musik“ findet 2017 zum 14. Mal statt. Die Veranstalter erhalten auch diesmal Unterstützung vom Deutschen Musikrat.

© Thomas Eichler

Von Jan Lange

Peter Dierich kann sich beruhigt zurücklehnen. Das Programm für die Kammermusikreihe „Stunde der Musik“ fürs kommende Jahr steht seit Langem. Nun muss nur noch ein bisschen die Werbetrommel gerührt werden. Das tut der 74-Jährige gern. Hat sich die Konzertreihe doch zu einem weit über Zittau hinaus geschätzten Kulturangebot entwickelt.

Stars im Strampler aus Zittau
Stars im Strampler aus Zittau

So klein und doch das große Glück: Wir zeigen die jüngsten Einwohner der Region Löbau-Zittau und die Frischgeborenen, die Verwandtschaft in der Oberlausitz haben.

In der nun 14. Saison kann das Euroregionale Kulturzentrum St. Johannis als Veranstalter etwas mehr Geld für die Künstler ausgeben, erklärt Dierich. Damit soll die Qualität der Kammermusikabende weiter erhöht werden, so der emeritierte Hochschulprofessor. Der Aufstockung seien aber Grenzen gesetzt, fügt er hinzu. Denn die Reihe finanziert sich zu 100 Prozent über die Einnahmen aus dem Kartenverkauf, privaten Sponsoren und ehrenamtliche Eigenleistungen. Die Stammgäste müssen aber keine Angst haben, an der Preisschraube werde 2017 nicht gedreht, betont Dierich. Vielmehr sollen, so das Ziel, die Mehrausgaben durch noch mehr Besucher abgedeckt werden.

Im Schnitt kommen zwischen 100 und 130 Besucher zu den einzelnen Konzerten. Der Bürgersaal im Zittauer Rathaus, den die Stadt kostenlos zur Verfügung stellt, fasse aber bis zu 200 Besucher, so Dierich. In den Vorjahren sei es immer gut gelungen, die Kosten zu decken. Wie viele Besucher am Ende im Bürgersaal sitzen, sei laut Dierich schwer planbar. „Wenn der bekannte Konzertpianist Peter Rösel, der bei vielen internationalen Festivals gespielt hat, auftritt, kommen natürlich mehr Besucher“, fügt Peter Dierich hinzu.

Es ist für ihn wichtig, ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen. Für 2017 ist das gelungen: Die sechs Konzerte umfassende Reihe bietet Kammermusik aus verschiedenen Epochen, von Bach bis Goodwin. Es ist moderne Musik ebenso zu hören wie alte Klänge und Jazzelemente. Es gastieren Solisten, Duos, Trios und Quartette – allesamt von nationalem und internationalem Rang.

Den Anfang macht die Pianistin Annegret Kuttner mit dem Reinhold Quartett. Die Dozentin der Leipziger Musikhochschule hat eine besondere Beziehung zur „Stunde der Musik“. Sie hat vor Jahren sozusagen „Geburtshilfe“ geleistet, indem sie besonders in der Anfangszeit renommierte Künstler nach Zittau vermittelt hat.

Dass auch heute noch sehr gute Musiker kommen, ist dem Deutschen Musikrat zu verdanken. Seit einigen Jahren gehört das Euroregionale Kulturzentrum St. Johannis dem Veranstalterring der Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler. Dadurch besteht die Möglichkeit, Preisträger und Stipendiaten des Deutschen Musikwettbewerbes zu verpflichten. In der „Stunde der Musik 2017“ werden wieder zwei Konzerte von Preisträgern und Stipendiaten präsentiert, kündigt Dierich an. Der Deutsche Musikrat übernimmt dabei die Hälfte der Kosten.

Überrascht ist Dierich, dass für 2017 auch die Pianistin Inga Fiolia gewonnen werden konnte. Die gebürtige Georgierin ist eine der erfolgreichsten Vertreterinnen der berühmten Neuhaus Klavierschule und mehrfach preisgekrönt. Am 12. Mai 2017 wird sie nach Zittau kommen. „Es hat mich gefreut, dass sie zugesagt hat“, meint der ehemalige Hochschulrektor. Er schreibt dies auch dem wunderschönen Bürgersaal und dem interessierten Publikum zu.

Liederabende kommen, so Dierich, in Zittau nicht so gut an. Dennoch wolle man bei der „Stunde der Musik“ auch diese Konzertform nicht ganz außer Acht lassen. „Wenn etwas populär ist, dann die ‚Winterreise‘ von Schubert“, sagt Dierich. Matthias Henneberg, Bass-Bariton der Semperoper, und die Pianistin Marlies Jacob werden den Liederzyklus am 3. Februar erklingen lassen. Viel Zeit zum Zurücklehnen bleibt Dierich nicht. Die Programme für die übernächsten Jahre müssen zusammengestellt werden. „Wir haben zwei Jahre Vorlauf.“ Die Künstler für 2018 stehen bereits fest.

Programm: 13. Januar, Annegret Kuttner und Reinhold Quartett mit dem Klavierquintett von Mozart und Dohnanyi; 3. Februar, Matthias Henneberg und Marlies Jacob mit der „Winterreise“ von Schubert; 10. März, Theo Plath und Andrei Banciu spielen Stücke von Weber, Saint-Saens, Liszt und Chopin; 28. April, Cicerone Ensemble spielt Händel, Telemann und Quantz; 12. Mai, Inga Fiolia mit Werken von Chopin, Schubert und Glinka; 9. Juni, Klarinettentrio Schmuck spielt Werke von Mozart, Dvorak, Debussy, Godman und Berlin. Karten gibt es im Vorverkauf ausschließlich in der Touristinfo Zittau