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Ex-Stadtwerkechef geständig

Prozessauftakt. DerEx-Geschäftsführer der Stadtwerke Weißwasser muss sich wegen Untreue vor Gericht verantworten.

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Von Cornelia Sommerfeld

Görlitz. Eine Bronzeplastik für das Verwaltungsgebäude, eine firmeneigene Tennisanlage, noble Büroausstattungen und schicke Dienstwagen – bis zu 1,3 Millionen Euro soll der ehemalige Geschäftsführer der Stadtwerke Weißwasser (SWW), Rainer George, laut Anklage der Staatsanwaltschaft Görlitz verschwendet haben.

Gestern begann gegen den heute 62-jährigen Rentner der Prozess wegen Untreue und Steuerhinterziehung am Landgericht Görlitz. Zum Verhandlungsauftakt legte George bereits ein Teilgeständnis ab. Bestimmte Ausgaben, wie der Kauf der Plastik, hätten nicht getätigt werden dürfen. Auch die Ausstattung des in den neunziger Jahren bezogenen Bürogebäudes sei zum Teil nicht gerechtfertigt gewesen, hieß es in einer Erklärung Georges, die sein Anwalt verlas. Außerdem räumte George ein, die verantwortlichen Mitarbeiter mangelhaft kontrolliert zu haben und wohl mit der Geschäftsführung überfordert gewesen zu sein.

Von vielen Einzelausgaben habe er jedoch keine Kenntnis gehabt, sagte George und schob die Verantwortung Mitarbeitern zu. Bestimmte Entscheidungen, wie den Bau des Tennisplatzes in Schleife, habe er nicht allein, sondern gemeinsam mit dem damaligen Aufsichtsratschef getroffen.

Die Leitung der Stadtwerke Weißwasser hatte George nach deren Gründung 1992 übernommen. Nach verheerenden Jahresbilanzen war er 2000 vom Aufsichtsrat seines Amtes enthoben worden. Für das Verfahren sind zunächst vier Verhandlungstage angesetzt. Von Dienstag an sollen insgesamt 30 Zeugen gehört werden.