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Exfreund der Stieftochter verprügelt

Ein 42-jähriger Mann aus Kriebstein stand wegen Körperverletzung vor Gericht. Das Verfahren wird fortgesetzt.

Von Helene Krause

Recht heiß geht es im Gerichtssaal zu, als der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Ernst Reinhold Franta aus Mittweida, der Staatsanwältin Inkompetenz unterstellt. „Sie wollen das Verfahren nur schnell über den Tisch haben“, sagt er. „Die Tat ist auf seinem Grundstück passiert. Er hat das Recht, jeden Unberechtigten von seinem Besitz zu verjagen. Kennen Sie die Gesetze nicht?“ Er stellt mehrere Anträge. Das Verfahren wird einstweilen ausgesetzt.

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Dem Streit vorausgegangen waren die widersprüchlichen Zeugenaussagen der beiden Geschädigten und die Aussage des Beschuldigten zum Tatvorwurf.

In dem Prozess wird einem 42-jährigen Mann vorgeworfen, am 3. März 2013 gegen 23.30 Uhr in Grünlichtenberg einen 19 Jahre alten Mann aus Zschepplitz mit der Faust mehrere Schläge ins Gesicht verpasst zu haben. Das Opfer hatte Nasenbluten und Schmerzen.

Des Weiteren soll der Angeklagte dem 19-jährigen Freund des Geschädigten, der aus Gebersbach stammt, mehrfach gegen den Kopf und in den Bauch geschlagen haben. Bei dem Gebersbacher splitterte ein Stück von einem Zahn ab und er prellte sich eine Rippe.

Zum Tatvorwurf erklärt der Beschuldigte, dass der Mann aus Gebersbach der Exfreund seiner Stieftochter wäre. „Er hat im Dezember 2012 mit ihr Schluss gemacht. Das teilte er ihr per SMS mit. Sie war völlig fertig. Seitdem verfolgt er sie. Nach der Trennung war er schon mehrfach auf unserem Grundstück und hat laut Musik gemacht.“

Auch in der Tatnacht war der Exfreund zum Grundstück des Angeklagten gekommen. Angeblich wollte er ein paar Sachen holen, die ihm gehörten. Seinen Freund hatte er, falls es Stress gäbe, mitgebracht. Bevor sie am Tatort ankamen, soll er seiner Exfreundin hinterhergefahren sein. Der Beschuldigte und seine Familie beobachteten, wie auf dem Grundstück ein Auto hielt und wer der Fahrer war. Der Angeklagte rannte aus dem Haus und forderte den Gebersbacher auf, wegzufahren. Doch der blieb. Es kam zur Rangelei zwischen beiden. Der Freund aus Zschepplitz griff ein. Er erhielt vom Angeklagten einen Schlag ins Gesicht. Der soll allerdings aus Versehen passiert sein. „Wenn ich aufgeregt bin, gestikuliere ich heftig“, erklärt der Beschuldigte. „Ich habe ihn aus Versehen mit der Hand getroffen.“

Im Zuge der Auseinandersetzung ging die Rangelei weiter. Der Gebersbacher soll Schläge ins Gesicht und in die Brust erhalten haben. Im Gerangel warf er den Angeklagten zu Boden. Dann fuhren die „Besucher“ davon. Von den Schlägen, die sein Freund erhalten haben soll, hat der Zschepplitzer nichts gesehen. „Ich suchte meine Brille. Die war, als er mir den Schlag versetzte, heruntergefallen. Ich habe nichts gesehen.“ Weil sich der Mann aus Gebersbach in der Zeugevernehmung in Widersprüche verstrickt, der Zschepplitzer nichts gesehen hat und Aussage gegen Aussage steht, strebt der Verteidiger eine Einstellung des Verfahrens an. Dagegen verwehrt sich die Staatsanwältin und auch Richter Janko Ehrlich meint: „Der Angeklagte hat einen Schlag ins Gesicht eingeräumt.“ In einer weiteren Verhandlung sollen Angehörige des Beschuldigten, die den Vorfall vom Wintergarten des Wohnhauses aus beobachtet haben, als Zeugen vernommen werden.