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Experten bestätigen: Es gibt einen Wolf in Sömnitz

Der graue Jäger scheint nicht nur ein Durchwanderer zu sein. Das Tier wurde am vergangenen Wochenende erneut gesichtet, als es offenbar auf der Jagd war.

Diesen Wolf hat der Hobbyjäger und Landwirt Axel Wachs auf einem Feld zwischen Sömnitz und Auerschütz fotografiert. Am vergangenen Wochenende wurde der graue Jäger offenbar erneut in der gleichen Region beobachtet.
Diesen Wolf hat der Hobbyjäger und Landwirt Axel Wachs auf einem Feld zwischen Sömnitz und Auerschütz fotografiert. Am vergangenen Wochenende wurde der graue Jäger offenbar erneut in der gleichen Region beobachtet. © Axel Wachs/privat

Ostrau/Sömnitz. Das Tier, das der Hobbyjäger und Landwirt Axel Wachs am 25. März mit seinem Handy auf einem Feld bei Sömnitz fotografiert hat, ist tatsächlich ein Wolf.

Das hat Helene Möslinger vom Lupus-Institut für Wolfsmonitoring und -forschung nunmehr bestätigt. Obwohl aus dem aktuellen Monitoringjahr einzelne Hinweise von Wolfssichtungen in Mittelsachsen vorliegen, sei ein Rudel in diesem Bereich bisher aber nicht bekannt, so die Expertin weiter.

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Dennoch scheint der graue Jäger nicht nur ein Durchwanderer zu sein, denn am vergangenen Wochenende wurde das Tier in der gleichen Region erneut gesichtet. Am Sonnabendabend gegen 20.45 Uhr war Alexandra Paas mit ihrem Sohn im Auto von Schmorren in Richtung Auerschütz unterwegs, als sie eine Gruppe Rehe in wilder Panik davon rennen sah.

„Kurz darauf haben wir eine zweite Herde ebenfalls vollkommen panisch laufen sehen. Wir haben uns gewundert, was da los ist“, berichtet die Ostrauerin. „Und dann habe ich etwas an der Seite gesehen. Erst dachte ich an einen Fuchs, aber das Tier war viel größer und hatte eine auffällige weiße Brust. Es stand aufrecht und war sehr aufmerksam“, erzählt Alexandra Paas weiter.

Sie sei dann umgekehrt, um noch einmal genauer hinsehen zu können, doch da sei der Wolf schon weg gewesen. „Ich habe so ein Wildtier zum ersten Mal in freier Natur gesehen, es war ein beeindruckend schönes Tier, aber gleichzeitig auch ein wenig beängstigend“, sagt sie. Sie sei unsicher, wie nah der Wolf Menschen kommen würde und sie sorge sich zudem um ihre Zwergziegen auf der Weide.

Ob es sich tatsächlich um dasselbe Tier handelt, dass Landwirt Axel Wachs etwa zwei Wochen zuvor gegen 8.30 Uhr morgens auf dem Feld zwischen Sömnitz und Auerschütz in einer Entfernung von etwa 80 Metern im Foto festgehalten hat, ist nicht nachvollziehbar. „Der Wolf hat sich völlig unauffällig verhalten. Er hat geschaut und ist dann davon getrottet“, berichtet der Sömnitzer von seiner Begegnung.

Aber auch er vermutete bereits, dass es sich vielleicht sogar um mehrere Wölfe handeln könnte, die sich schon seit geraumer Zeit in der Gegend aufhalten. Auch der Hobbyjäger hatte das auffällige Verhalten einer Rehgruppe bemerkt. „Die etwa 30 Rehe, die ich regelmäßig beobachtet habe, war tagelang verschwunden“, erzählt er. Und seither könne er die Gruppe auch nur noch sporadisch ausmachen. Verdächtige Spuren oder gerissene Tiere, die dem Wolf zugeordnet werden könnten, habe er bislang aber nicht entdeckt.

In jüngster Zeit verdichten sich die Hinweise, dass nicht mehr nur Einzeltiere die Region Döbeln durchstreifen. Nur wenige Tage, nachdem eine Wölfin am 24. Februar auf der A 14 bei Döbeln bei einem Autounfall umgekommen ist, wurde ein graues Tier bei Waldheim beobachtet. Die Sichtung am 28. Februar sei aber nicht bestätigt worden, so das Landratsamt.

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Insgesamt haben die Wolfsbeauftragten 2018 und in diesem Jahr bereits 38 Hinweise auf Wölfe in Mittelsachsen bekommen. Über die Wölfin, die auf der A 14 überfahren worden ist, gibt es laut Wolfsexpertin Helene Möslinger noch keine weiteren Informationen. Die Abklärung der Herkunft, durch die genetische Untersuchung des Tieres stehe bisher noch aus, so die Mitarbeiterin im Lupus-Institut. Der Kadaver des Tieres wurde an das Berliner Leibniz-Institut für Zoologie und Wildtierforschung gebracht.

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