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Hoyerswerda

Explosion zerfetzt Hausdach in Bernsdorf

Ein 46-Jähriger kämpft im Krankenhaus um sein Leben. Das Gebäude ist unbewohnbar. Es gibt eine Vermisste.

Eine Explosion ereignete sich heute gegen 8 Uhr im Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in der Otto-Buchwitz-Straße in Bernsdorf. Eine Person wurde mit schweren Verletzungen per Hubschrauber in ein Krankenhaus transportiert.
Eine Explosion ereignete sich heute gegen 8 Uhr im Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in der Otto-Buchwitz-Straße in Bernsdorf. Eine Person wurde mit schweren Verletzungen per Hubschrauber in ein Krankenhaus transportiert. © HoyFoto

Bernsdorf. Sogar die Erde hat gebebt. So beschreiben Anwohner die Wucht der Explosion im Dachgeschoss des Mehrfamilienhauses Otto-Buchwitz-Straße 24. Heute gegen 8 Uhr hatte es gekracht. Der 46-jährige Mieter der Wohnung, in der das passiert ist, konnte trotz schwerster Verletzungen noch selbst das Gebäude verlassen.

Nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst wurde er per Hubschrauber in ein Spezialkrankenhaus nach Leipzig ausgeflogen, wo er offenbar um sein Leben kämpft.

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Zum Glück unverletzt brachten sich die sieben weiteren Bewohner des Zweigeschossers mit ausgebautem Dachgeschoss in Sicherheit. Als die Feuerwehren mit einem Großaufgebot vor Ort eintrafen, standen Teile des Dachstuhls bereits in Flammen. Neben sämtlichen Bernsdorfer Ortsfeuerwehren waren auch Kräfte aus Lauta und Hoyerswerda von der Regionalleitstelle nach Bernsdorf geschickt worden.

Kurz nach 9 Uhr war der durch die Gas-Explosion ausgelöste Brand gelöscht, wurde das Ausmaß der Zerstörung sichtbar – auch für Evelyn Hahn, die Geschäftsführerin der Bernsdorfer Wohnungsbaugesellschaft (BWG), der dieses Gebäude gehört. „Die Dachgeschoss-Wohnung existiert nicht mehr.“ Sie und ihre Mitarbeiter machten sich ein Bild von der Lage und kümmerten sich erst einmal um die Mieter. An eine Rückkehr dieser in ihre Wohnungen ist so schnell nicht zu denken.

Zwei Familien werden vorläufig in Gästewohnungen der BWG untergebracht, ließ Evelyn Hahn wissen. Eine Familie kümmert sich selbst. Und eine ältere Dame findet im Betreuten Wohnen im Zollhaus eine Bleibe. Hier leistet Thomas Haink vom gleichnamigen Pflegedienst unkomplizierte Hilfe. Wie überhaupt die BWG-Chefin einen „tollen Zusammenhalt“ verschiedener Beteiligter berichtet. Das beginnt bei der Stadtverwaltung, die sich mit dem Bauhof um das Aufstellen eines Absperrzauns rund um das beschädigte Gebäude kümmert, und reicht über die Feuerwehrleute sowie das Projektbüro „Kube42“, das Einkäufe von Nahrungsmitteln für betroffene Mieter erledigt, bis hin zu den BWG-Mitarbeitern, die kurzfristig Medikamente organisierten. Im Tagesverlauf erhielten die Betroffenen die Möglichkeit, die wichtigsten persönlichen Dinge aus den verqualmten und vom Löschwasser durchnässten Wohnungen zu holen. „Alles wieder in Ordnung zu bringen, dafür wird eine Million Euro nicht ausreichen“, ist sich die BWG-Geschäftsführerin sicher. Ein Abriss drohe dem Gebäude allerdings nicht, merkte sie erleichtert an, nachdem sich gestern ein Statiker umgeschaut hatte. Das Dach wird aber komplett neu errichtet werden müssen.

Beschädigt wurde durch die Explosion nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch die darauf befindliche Solaranlage. Herabfallende Trümmerteile und Dachziegel richteten zudem im Umfeld Schäden an, so zum Beispiel an dort geparkten Autos. Eventuell, so die Befürchtung, ist sogar das Nachbarhaus betroffen.

Was die Gas-Explosion in der Wohnung ausgelöst haben könnte, darüber mag Evelyn Hahn nicht spekulieren. Dies herauszubekommen ist Sache der Brandursachenermittler, die heute bereits vor Ort waren.

Infolge der Explosion gibt es übrigens eine Vermisste. Es handelt sich um eine schwarz-weiße Hauskatze. Wer sie sieht, so die Bitte von Evelyn Hahn, möge sich bei der BWG melden (Telefon 035723 2300).