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Görlitz

Extrem seltener Echsen-Nachwuchs

Die Tiere sind vom Aussterben bedroht. Später werden sie auch den Besuchern im Görlitzer Tierpark gezeigt.

Immer schön ruhig: So präsentiert sich eine der fünf im Tierpark geborenen Krokodilschwanzechsen auf der Hand von Kuratorin Catrin Hammer.
Immer schön ruhig: So präsentiert sich eine der fünf im Tierpark geborenen Krokodilschwanzechsen auf der Hand von Kuratorin Catrin Hammer. © Foto: Nikolai Schmidt

Ganz ruhig und entspannt liegt der Bursche auf Catrin Hammers Handfläche. Etwa zehn Zentimeter lang, fast schon ein wenig unscheinbar sieht er oder sie aus, noch ist das Geschlecht nicht bekannt. „Aber es ist schon eine kleine Sensation, die wir hier haben“, sagt die Kuratorin des Tierparkes Görlitz. Eine Krokodilschwanzechse ist es, die Catrin Hammer da auf der Hand balanciert. Und weil das Tierchen schon mal aus seinem Kasten genommen wurde, wiegt sie es auch gleich noch: 3,2 Gramm zeigt das Display für „Nummer 49“. So wird die Echse im Zoo-Jargon genannt. „Ganz ordentlich“, findet die Kuratorin. Immerhin: Nummer 49 ist erst rund drei Wochen alt.

Krokodilschwanzechsen verdanken ihren Namen den gezackten Schuppen am Schwanz, die an ein Krokodil erinnern. Allerdings werden die Echsen nur etwa um die 40 Zentimeter groß. Dennoch: Sie gehören zu den seltensten Echsen weltweit, deshalb ist der Zuchterfolg in Görlitz so bedeutend. Insgesamt fünf Babys erblickten hier das Licht der Welt. „In freier Wildbahn gibt es nur noch kleine Vorkommen in China und in Vietnam“, schildert Catrin Hammer. Bisher geht es den fünf Kleinen gut, sie leben abgeschirmt von der Öffentlichkeit in einem speziellen Raum im Görlitzer Tierpark. Catrin Hammer versorgt sie mit Fliegenmaden, kleinen Heimchen und Stückchen von Regenwürmern.

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Die Krokodilschwanzechse ist im Washingtoner Artenschutzabkommen aufgenommen, gehört zu den sehr stark bedrohten Tierarten. Die Eltern der fünf Jungtiere kamen auf unterschiedlichen Wegen nach Görlitz: zum einen aus einer Nachzucht aus dem Baseler Zoo, zum anderen von einem Züchter, der nicht über die entsprechenden Papiere verfügte. Denn bei bedrohten Tierarten verstehen die Behörden keinen Spaß. Die Eltern der Echsen leben im Görlitzer Zoo in einem großzügigen Terrarium, können besichtigt werden – falls sie sich nicht verstecken. Die Mutter ist eine zierliche Echsendame, kaum zu glauben, dass sie fünf Babys zur Welt brachte. „Sie und der Vater sind auch noch nicht ganz ausgewachsen“, sagt die Kuratorin.

Eine Besonderheit der Krokodilschwanzechsen: Der Nachwuchs wird lebend geboren. „Er kommt in einer weichen Eihülle zur Welt. Die zerplatzt bei der Geburt. Und wenn nicht, müssen sich die Echsen herauskämpfen“, erläutert Catrin Hammer. Was mit den neuen Zoobewohnern in Zukunft geschieht, ist noch offen. Möglicherweise werden sie zur Zucht an andere Einrichtungen abgegeben. „Aber erst einmal wollen wir sie großziehen“, so die Tierpark-Kuratorin. Und auch die Besucher des Zoos sollen sie bald anschauen können. „Wir bereiten neben dem Terrarium der Eltern ein weiteres für die Kleinen vor, einen Kindergarten“, verrät Catrin Hammer. Wann die fünf einziehen werden, ist noch unklar. Denn da die Tiere als besonders gefährdet gelten, muss erst die Behörde ihre Zustimmung geben, auch wenn es „nur“ um die Ausstellung geht. Die untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes hat sich für die kommenden Tage schon angemeldet.

Im Terrarium der Eltern hätten die Echsenbabys übrigens schlechte Überlebenschancen: Mama und Papa könnten sie möglicherweise mit einem leckeren Happen verwechseln.

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