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Fabian erobert die Filmstadt

Es war ein gutes und sogar politisch angehauchtes Jahr für Görliwood. Für 2020 sind bereits große Namen im Gespräch.

Yvonne Catterfeld und Götz Schubert als Kommissare in der "Wolfsland"-Folge "Heimsuchung", die im Januar in Görlitz gedreht worden war.
Yvonne Catterfeld und Götz Schubert als Kommissare in der "Wolfsland"-Folge "Heimsuchung", die im Januar in Görlitz gedreht worden war. © mdr/molina film/steffen junghans

Kommt Bruno Mars im nächsten Jahr nach Görlitz? Der amerikanische Superstar, der für mit Hits wie „Grenade“ oder „Just the way you are“ bekannt wurde. Als Sänger wohl gemerkt, nicht als Schauspieler. Und doch ist er jetzt für einen Film im Gespräch, nämlich für eine Biografie über den großen Komponisten Beethoven. Der Berliner Filmproduzent Michael Simon de Normier berichtet: „Derzeit sprechen wir mit Weltstars wie Bruno Mars und Dua Lipa über die Hauptrollen.“

Michael Simon de Normier hatte bereits im Frühsommer angekündigt, dass Görlitz 2020 Drehort für diesen Film werden könnte. Damals, es war mitten im OB-Wahlkampf, fiel das Vorhaben nur als Randbemerkung. Denn Michael Simon de Normier war der Initiator jenes Brandbriefes, der für ein friedliches und tolerantes Görlitz warb und ganz offensichtlich einen Sieg von AfD-Kandidat Sebastian Wippel fürchtete. Namhafte Schauspieler, Produzenten und Regisseure hatten das Schreiben unterzeichnet, das hohe Wellen schlug. Es gab viel Lob und Zustimmung, doch auch genauso viel Kritik, Beleidigungen und Beschimpfungen. Ob der Brief am Ende zum Wahlsieg von Octavian Ursu beigetragen hat – man weiß es nicht.

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Tom Schilling und Saskia Rosendahl im Sommer am Set von "Fabian". 
Tom Schilling und Saskia Rosendahl im Sommer am Set von "Fabian".  © Matthias Wehnert

Filmproduzent will nach Görlitz ziehen

Für Michael Simon de Normier, der 2008 „Der Vorleser“ in Görlitz mitproduziert hatte, kommt seither noch lieber an die Neiße. „Görlitz ist seit dem hitzigen Sommer und dem starken Signal, das von einer vielfältigen Gemeinschaft der weltoffen und versöhnlich-positiv gestimmten Mehrheit ausging, für meine Familie und mich nicht bloß zu einem noch beliebteren Ausflugsziel geworden, sondern regelrecht zu einem Sehnsuchtsort“, sagt er. 2021, wenn seine Tochter zur Schule kommt, will er sogar mit seiner Familie von der Spree an die Neiße ziehen.

Für die anstehenden Filmvorhaben sagt der Produzent: „Wir suchen aktiv Anschluss an und in Görlitz, um mit dem geplanten Beethoven-Film und/oder auch schon zuvor kleinere und große Vorhaben in und mit Görlitz zu verwirklichen.“

Kinostart für "Fabian" steht noch nicht fest

Klingt beinahe, als könnte 2020 ein sehr spannendes Filmjahr werden. So wie es 2019 war, das wieder mehr Drehs brachte als die Vorjahre, und auch wieder eine exklusive Premiere im Filmpalast. Auch 2019 gab sich das „Wolfsland“-Team wieder die Ehre, diesmal gleich mit drei Filmen. Im Januar kam die Crew um die beiden Hauptdarsteller Yvonne Catterfeld und Götz Schubert für den 6. Teil der Krimiserie nach Görlitz und Königshain. „Heimsuchung“ heißt die Folge, die Anfang Dezember im Fernsehen zu sehen war.

Im Herbst waren sie noch einmal in der Stadt, dann für die Teile sieben und acht, sowie für die Premiere von „Das heilige Grab“, die fünfte Folge, die bereits 2018 entstanden war. Für 2020 kündigt Götz Schubert selbst an, dass zwei weitere Folgen geplant sind.

Mit ein wenig Glück konnten die Görlitzer im zu Ende gehenden Jahr auch einen Blick auf Tom Schilling oder Saskia Rosendahl erhaschen. Die beiden zählen zur absoluten Elite der deutschen Jungschauspieler und standen im Sommer für „Fabian“ in Görlitz vor der Kamera. Der Streifen basiert auf einem Roman Erich Kästners und spielt im Berlin der goldenen 1920er-Jahre. Hier lässt sich der Germanist und Werbetexter Fabian (Tom Schilling) durch das Leben treiben, doch der politische Umbruch holt ihn bald ein, er fällt einer Entlassungswelle zum Opfer. Einen Kinostart-Termin gibt es für „Fabian“ bislang nicht.

Michael Simon de Normier auf dem Görlitzer Untermarkt. 
Michael Simon de Normier auf dem Görlitzer Untermarkt.  © nikolaischmidt.de

Writers Room soll in Görlitz entstehen

Was das neue Filmjahr bringt, ist also wie immer etwas schwierig vorhersehbar. Sollte es aber mit Bruno Mars, dem aus Hawai stammenden Superstar, und der britischen Sängerin Dua Lipa klappen, käme internationaler Glanz zurück an die Neiße. Den gab es hier schon eine Weile nicht mehr. Doch Michael Simon de Normier betont: „Ein Quentchen Glück gehört dazu.“

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Und zwar nicht nur für „Beethoven“, sondern auch für eine weitere Idee. So will man „auch kreativwirtschaftliche Impulse, wie einen Writers Room in Görlitz installieren, um von hier aus eigenständige Stoffentwicklungen mit Ideen von vor Ort voran zu bringen“. Dafür hofft Michael Simon de Normier noch auf Unterstützung durch die Mitteldeutsche Medienstiftung, die vorerst aber kein Interesse zeige.

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