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Fackeln, Feuer und Adventslichter

Doreen Schiller ist seit Tagen im Stress. Sie hat die Premiere des Lichterfestes am kommenden Sonntag lange mit vorbereitet.

Von Mario Heinke

Doreen Schiller schleppt den silbernen Kübel mit den beiden Fackeln aus Edelstahl vor die Tür. Damit das edle Leuchtensemble nicht umkippt oder wegfliegt ist der Topf mit Steinen gefüllt. Nach der Funktionsprobe vor dem Laden wandert das gute Stück wieder ins Lager.

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Seit Wochen sammeln die Innenstadthändler leere Einweckgläser. Die werden am Sonntag mit einem Teelicht versehen und sollen aus den Fenstern leuchten. Das ist nur eine Leuchtvariante von vielen. Schon jetzt in den Abendstunden gut sichtbar sind die vielen Herrnhuter Sterne in den Fenstern, beispielsweise über der Confiserie von Heike Zimmermann auf dem Rathausplatz oder am Rathaus selbst. Die Volksbank hat die Fenster ihrer Filiale am Markt mit erzgebirgischen Schwibbögen verziert. Seit gestern leuchtet der 1,90 Meter große Herrnhuter gelb vom Balkon des Rathauses. Am Sonntag sollen Fackeln, Feuerkörbe und verschiedene Attraktionen dazu kommen.

Gemeinsam wollen Werbegemeinschaft und Stadtverwaltung das Stadtzentrum in ein weihnachtliches Lichtermeer tauchen und neben dem traditionellen Weihnachtsmarkt einen zusätzlichen Höhepunkt in der Adventszeit schaffen.

Das relativ geschlossene historische Ensemble im Zittauer Stadtzentrum mit Barock- und Renaissancefassaden, engen Gassen und altem Pflaster ist geradezu prädestiniert dafür, ein Lichterfest in der Vorweihnachtszeit zu inszenieren. Davon waren und sind die Organisatoren überzeugt. Um eine stimmungsvolle Atmosphäre zu schaffen, wie sie in Zittau allein durch die Architektur möglich ist, müssten andernorts mittelalterliche Kulissen erschaffen und geschoben werden. Das Bühnenbild ist also permanent präsent, lediglich das Stück gilt es noch aufzuführen. Ein Vorzug, der den Zittauern nicht immer allgegenwärtig ist. Von auswärtigen Besuchern werden sie ab und zu daran erinnert.

Alle Geschäfte werden am Sonntag zwischen 13 und 18 Uhr geöffnet sein. Die Händler locken mit individuellen Aktionen und Gaumenfreuden, von der Fettschnitte, dem Sektempfang bis zum Glühwein. Im SZ-Treffpunkt auf der Neustadt gibt es den Punch oder Glühwein sogar gratis.

Wiebke Steudner vom Kulturreferat freut sich auf den Sonntag, sie hat viele der Künstler überzeugt und engagiert, die den Adventssonntag zu einer einmaligen Attraktion machen sollen. Das Thema „Licht“ wird bei der Premiere im weitesten Sinne interpretiert, so treten neben zwei Feuershows auch ein Leuchtjongleur auf. Neben den visuellen wird es auch akustische Erlebnisse geben. „Die Fiedler“, das sind Kinder der Kreismusikschule Dreiländereck, werden Geige auf den Straßen spielen.

Wem das alles nicht so weihnachtlich vorkommt, der wird sich über die Weihnachtsengel Anastasia, Katharina und Pia freuen. Anzutreffen ist das Trio rund um den Markt. Der bewaffnete Stadtwächter Jochen Kaminsky wird Storys aus ganz alten Zeiten aufwärmen und wohl auch den einen oder anderen Schenkelklopfer provozieren.

Allen Zittauern und Gästen, die der kulinarischen Versorgung höchste Priorität einräumen, sei gesagt, auch die ist gesichert. Die große Bratwurstbude auf der Mitte des Marktes und ein Verkaufsstand vom „Dornspachhaus“ vor der Johanniskirche bieten Würste, Feuerfleisch und Heißes vom Holzkohlegrill. Sollten Regen- oder extreme Schneefälle die Oberhand gewinnen, will Henryk Haußer-Knabe seinen Stand in den Innenhof des „Dornspachhaus“ verlegen. Das einzige, was die Zittauer selbst tun müssen: Hingehen! Parkplätze stehen für die Gäste von auswärts sowohl innerhalb als auch außerhalb des Stadtringes zur Verfügung, am Sonntag sind die sogar gebührenfrei.