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Fährbetrieb steckt in Schwierigkeiten

Fährbetreiber Michael Kramer hat offenbar Probleme, seine drei Fährverbindungen kostendeckend zu betreiben. Friedmar Haufe, Bürgermeister (parteilos) von Diera-Zehren, bestätigte gestern auf SZ-Nachfrage, dass Kramer bei ihm zu einem Krisengespräch gewesen sei.

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Von T. Oelsner und P. Anderson

Fährbetreiber Michael Kramer hat offenbar Probleme, seine drei Fährverbindungen kostendeckend zu betreiben. Friedmar Haufe, Bürgermeister (parteilos) von Diera-Zehren, bestätigte gestern auf SZ-Nachfrage, dass Kramer bei ihm zu einem Krisengespräch gewesen sei. Mit dem Landratsamt und dem Verkehrsverbund Oberelbe solle jetzt nach einer Lösung gesucht werden, um den Fährbetrieb zwischen den beiden Gemeindeteilen aufrecht zu erhalten.

Ebenfalls betroffen von den Problemen ist der Fährbetrieb zwischen Kötitz und Constappel. In Coswig sickerte durch, dass Fährmann Michael Kramer gern aus dem Vertrag mit der Stadt aussteigen würde.

Kosten seien explodiert

Erst zum 1. Januar 2007 hatte Kramer den Fährbetrieb übernommen und einen Vertrag über zehn Jahre unterschrieben. Zu Wochenbeginn habe es eine erste Krisensitzung im Rathaus gegeben, war zu erfahren. Kramer selbst weicht einer direkten Stellungnahme aus. Der Fährbetrieb werde sicherlich weitergehen, ob mit ihm oder einem anderen, das müsse man sehen. Generell sei es so, dass die Kosten 2008 explodiert wären und er unter diesen Umständen den Betrieb nicht länger aufrecht erhalten könne.

Im Coswiger Rathaus sieht man das Ganze relativ gelassen. „Die Fähre wird auf jeden Fall weiterfahren“, sagt Coswigs Ordnungsamtschef Olaf Lier, in dessen Zuständigkeitsbereich die Fähren liefen, als die Stadt noch der Betreiber war. So ganz ohne Genugtuung wird Coswigs oberster Ordnungshüter die Sache nicht sehen. Er hatte schon immer dafür plädiert, die Fähren in städtischer Hand zu belassen. Doch im Coswiger Stadtrat hatte sich eine Mehrheit dafür entscheiden, dass es nicht Sache einer Kommune sein könne, einen Ausflugsverkehr zu betreiben.

Probleme auch in Strehla

Für den 15. Januar ist jetzt ein Krisengespräch mit allen Beteiligten angesetzt. Dann sitzt auch der Landkreis mit am Tisch, der 50000 Euro pro Jahr zuschießt. Bedingung sei jedoch, dass Kramer eine umfassende Abrechnung vorlegt.

Der Landkreis und die Stadt Coswig haben nicht allein ein Problem mit ihren Fähren. Auch in Strehla steht die dortige Wagenfähre zur Disposition. Die ebenfalls mit öffentlichen Geldern der Stadt und des Landkreises finanzierte Fähre macht nur Verluste. Mit der Eröffnung der Brücke in Mühlberg befürchtet man, dass die Kunden ganz wegbleiben. Findet sich kein privater Betreiber, wird die Fähre eingestellt.