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Fährt die Leipziger S-Bahn bald bis ins Heideland?

Bereits seit Dezember gibt es die Verbindung von Hoyerswerda in die Messestadt. Weitere Stationen sollen folgen.

Von Katja Schlenker

Zum Einkaufen mit dem Zug nach Leipzig fahren? Oder zu dem bekannten Zoo? Zum Flughafen? Mit der Elektrifizierung der Niederschlesischen Magistrale könnte genau das vom Heideland aus bald möglich werden. Seit Dezember 2013 fährt eine S-Bahn von Hoyerswerda nach Leipzig und zurück. Ohne umsteigen zu müssen, sind Mitfahrer in circa zweieinhalb Stunden in der großen Stadt. Warum die Strecke also nicht bis Horka verlängern?

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„Die Niederschlesische Magistrale wird ausgebaut, und diese liegt auf der Strecke Leipzig – Hoyerswerda – Horka“, sagt der Görlitzer Landrat Bernd Lange (CDU). „Damit könnte die S-Bahn-Linie verlängert und somit der Kreuzungspunkt Horka (Berlin – Görlitz/Leipzig – Breslau – Krakau) gestärkt werden.“ Das würde frühestens nach 2017 passieren, wenn die Strecke nach Niesky und Horka elektrifiziert ist. Doch Horka als Endstation für die S-Bahn aus Leipzig?

Das gefällt nicht jedem. Denn aus verkehrsplanerischer Sicht ist eine größere Stadt als direktes Ziel attraktiver als ein kleinerer Ort, erklärt Christoph Mehnert, der stellvertretende Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Oberlausitz-Niederschlesien. Görlitz als Endhaltepunkt könnte man sich da schon eher vorstellen.

Doch da gibt es derzeit noch ein Problem: Damit die S-Bahn von Leipzig über Horka bis nach Görlitz rollen kann, müssten die 24 Kilometer zwischen beiden Orten ebenfalls elektrifiziert werden. Dafür braucht es Geld vom Freistaat Sachsen. Ob der Geld gibt, ist derzeit noch ungewiss. „Die Schließung der Elektrifizierungslücke zwischen Horka und Görlitz ist ein Teilprojekt des im Bundesverkehrswegeplan verankerten Vorhabens Elektrifizierung der Strecke Cottbus – Horka – Görlitz“, erklärt Sprecherin Kathleen Brühl vom sächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Es liegt allein an den Entscheidern vor Ort, ob die derzeit in Hoyerswerda endenden Züge nach der Fertigstellung des zweigleisigen Ausbaus der Niederschlesischen Magistrale in Richtung Ostsachsen verlängert werden. Und, wenn ja, ob sie dann bis Niesky oder Horka fahren.

Für den Görlitzer Landrat hat die Idee ganz klare Vorteile. „Man kommt schneller nach Leipzig“, sagt er. Zudem könnte die Region durch die direkte Anbindung an Leipzig auch in anderen Bereichen profitieren. „Wir haben in Leipzig mit dem Flughafen und den internationalen Eisenbahnverbindungen ein sehr großes Drehkreuz“, sagt Lange. „Und erhoffen uns aus dieser Richtung stärkere Aktivitäten im touristischen Bereich. Auch wäre die Strecke zuverlässiger für Pendler nach Leipzig.“

Für Christoph Mehnert hat das Vorhaben auch einen Nachteil: „Die Elektrifizierung stünde nur den Zügen von Hoyerswerda her zur Verfügung, wenn nicht die gesamte Strecke Cottbus – Görlitz elektrifiziert wird“, sagt er. „Wir können nicht einschätzen, inwieweit ein derartiges Vorhaben aus wirtschaftlicher Sicht vertretbar ist.“ Zudem sei der Freistaat gegenwärtig sehr aktiv, damit Görlitz aus Richtung Dresden her elektrifiziert wird. „Im Sinne eines Lückenschlusses zwischen dem polnischen und dem deutschen Elektro-Streckennetz ist die Elektrifizierung Dresden – Görlitz sehr wichtig und sinnvoll. Insoweit unterstützen wir diese Bemühungen ausdrücklich.“ Dennoch hat der S-Bahn-Ausbau über Horka nach Leipzig auch für ihn Vorteile. „Im Fall der Verlängerung bis Horka, wo ein Bahnsteig gebaut werden müsste, entstünde dort ein guter Umstieg zu den Zügen sowohl nach Görlitz als auch nach Weißwasser und Cottbus“, sagt er.