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Fahren die tschechischen Busse wieder?

Nach einer Panne soll die tschechische Linie nun wieder bis Ebersbach kommen. Wer sie nutzen will, muss aber suchen.

Von Katja Zimmermann und Romy Kühr

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Kommt der Bus oder kommt er nicht? Diese Frage ist derzeit nicht ganz einfach zu beantworten, wenn es um die tschechischen, grenzüberschreitenden Busse der Linien 401 und 409 geht. Zwar fahren sie erst einmal seit Montag wieder das Oberland an. Das sagte zumindest Lucie Dosedelová, Sprecherin des tschechischen Bezirks Ústí (Aussig), der SZ. In der Praxis sieht das nicht ganz so klar aus. Denn an den Haltestellen am Ebersbacher Bahnhof, wo der Bus bis zum Jahresende Halt machte, weist nichts auf die Linien hin. Haltestellenschilder und Fahrpläne für beide Linien fehlen. Genau das hatte Hans Geisler aus Ebersbach in der ersten Januarwoche stutzig gemacht. Mit dem Fahrplanwechsel beim tschechischen Bus am 1. Januar endete die Buslinie 409 plötzlich an der Haltestelle „Jirikov Elitex“, also noch vor dem Grenzübergang Ebersbach, war ihm aufgefallen. Zuvor fuhr der Bus bis zum Ebersbacher Bahnhof. „Nun ist der Traum von der Reise von Ebersbach in die Sächsische Schweiz geplatzt“, stellte er resigniert fest. „Noch voriges Jahr wollte man den Fahrplan der Strecke Rumburk-Sebnitz-Bad Schandau anpassen und nun das.“

Lucie Dosedelová erklärt, wie es zum Bus-Ausfall kam: Der tschechische Bezirk hat seine Strecke neu ausgeschrieben. Seit Jahresbeginn gibt es einen neuen Betreiber. Die Gesellschaft „Autobusy Karlovy Vary a.s.“ hat die Ausschreibung für die Buslinien im Schluckenauer Zipfel gewonnen und wird sie bis 2024 betreiben, informiert die Sprecherin. Um auch bis auf deutsches Gebiet zu fahren und dort Fahrgäste aufzunehmen, benötigt das Unternehmen eine internationale Lizenz. Die hatte es auch beantragt. Bei der Bearbeitung im Verkehrsamt gab es aber ein technisches Problem, sodass der Busbetrieb die Lizenz nicht rechtzeitig ausgestellt bekam, erklärt Frau Dosedelová. Deshalb durften die Linien 401 und 409 die deutschen Haltestellen nicht bedienen. Das betraf nicht nur die Station in Ebersbach, sondern auch Haltestellen in Seifhennersdorf. Hier nutzen Einwohner des Oberdorfes die tschechische Linie gern, um ins Krankenhaus nach Ebersbach zu kommen, weiß Bürgermeisterin Karin Berndt (parteilos). „Das ist die kürzeste und schnellste Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln.“ Sie hoffte deshalb, dass der Bus-Ausfall nur vorrübergehend ist.

Das soll sich jetzt tatsächlich geklärt haben. Die Busse fahren in der Linie 401 auf der Strecke Ebersbach, Jiríkov (Georgswalde), Rumburk und Krásná Lípa (Schönlinde) sowie in der Linie 409 auf der Strecke Varnsdorf - Seifhennersdorf - Rumburk - Milkulášovice (Nixdorf) - Velký Šenov (Groß Schönau)/Dolní Poustevna (Niedereinsiedel). Seit Montag liege die neue Lizenz vor, bestätigt die tschechische Bezirksverwaltung. Wer den Bus nutzen will, muss allerdings suchen – und hoffen, dass einer kommt. Am Ebersbacher Bahnhof gibt es keine Fahrplanaushänge für die Linie. Wer dafür verantwortlich ist, kann auch Christoph Mehnert vom Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon) nicht beantworten. Der Zvon ist für den Nahverkehr in der Oberlausitz zuständig. Vom tschechischen Bezirk ist er noch gar nicht darüber informiert worden, dass das Problem behoben ist und die Busse wieder fahren sollen. Informationen über die Abfahrtszeiten des tschechischen Busses an den deutschen Haltestellen gibt es deshalb auch in den Fahrplänen des Zvon im Internet bislang nicht. Solange dem Zweckverband keine offizielle Information vom tschechischen Partner vorliegt, könne er auch die Fahrpläne nicht entsprechend ausweisen, erklärt Mehnert. In verschiedenen Fahrplanportalen gab es in den vergangenen Wochen zudem unterschiedliche Angaben zu den Linien über die Grenze.

Bei Bus-Passagieren wie Hans Geisler aus Ebersbach löst das Unverständnis aus. Sein Wunsch, bis in die Sächsische Schweiz zu fahren, könnte nun allerdings tatsächlich wahr werden. Denn der Bezirk Ústí hat im Zuge des Fahrplanwechsels bei den Verbindungen nachgebessert. So seien an verschiedenen Stellen Umsteigemöglichkeiten zwischen Bus und Bahn entstanden, sagt Sprecherin Dosedelová. Zum Beispiel in Velký Senov an die Züge in Richtung Sebnitz und Decín (Tetschen).

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