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Sachsen

Fahren die Züge der Städtebahn bald wieder?

Seit Donnerstag sind Ersatzbusse im Einsatz. Während der VVO einen Nachfolger sucht, bietet der Insolvenzverwalter eine Übergangslösung an.

© Egbert Kamprath

Dresden. Gelingt es doch noch während der Schulferien, wieder Züge auf den Strecken der insolventen Städtebahn Sachsen rollen zu lassen? 

Am Mittwoch meldete sich erstmals der Insolvenzverwalter des Unternehmens und nannte sein Ziel, „vorübergehend den Geschäftsbetrieb wieder aufzunehmen“. Vorigen Donnerstag hatte das Unternehmen alle 15 Züge auf Anordnung des Vermieters gestoppt. Seitdem fahren im Auftrag des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) Ersatzbusse im Raum Dresden, Kamenz, Sächsische Schweiz. VVO-Sprecher Christian Schlemper sagte der Sächsischen Zeitung dazu auf Nachfrage, mit dem Insolvenzverwalter Stephan Laubereau werde bereits gesprochen, damit möglichst bald wieder Züge fahren.

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Zwar bleibe der VVO dabei, per Notvergabe ein anderes Bahn-Unternehmen als Nachfolger der Städtebahn Sachsen mit den vier Strecken zu beauftragen. Doch das werde einige Wochen dauern. Für die Übergangszeit komme die insolvente Städtebahn infrage, wenn „sie sich dazu in der Verantwortung des Insolvenzverwalters in der Lage sieht“. Der Übergang müsse aber geordnet organisiert werden – Züge und Ersatzbusse sollten nicht gleichzeitig fahren. 

Die Züge gehören dem Vermieter Alpha Trains, der nach Streitigkeiten mit der Städtebahn über Baumschäden die Stilllegung verlangt hatte. Seit vorigem Donnerstag fahren die Bahnen daher nicht mehr, Alpha Trains lässt sie derzeit in Dresden zusammen abstellen.

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Der Insolvenzverwalter Laubereau war vom Amtsgericht Aschaffenburg bestellt worden, weil der Firmensitz der Städtebahn Sachsen in Franken ist. Er teilte mit, auch der Triebwagenvermieter unterstütze seinen Plan, den Geschäftsbetrieb vorübergehend wieder aufzunehmen. Die rund 90 Beschäftigten hätten ihr Gehalt für den Juni erhalten, für die nächsten drei Monate seien die Gehälter über das Insolvenzgeld vom Staat gesichert. Alle Beteiligten müssten an einem Strang ziehen, um kurzfristig eine Lösung zu finden.