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Hilfe für 130 arme Familien

Wie ein neues Fahrzeug die Arbeit der Großenhainer Tafel unterstützt.

Von Jörg Richter
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Vadim Hoffmann von der Großenhainer Tafel fährt den neuen Mercedes Sprinter und entlädt ihn. Die erste Tour führte ihn zu Rewe nach Starbach.  Foto: Anne Hübschmann
Vadim Hoffmann von der Großenhainer Tafel fährt den neuen Mercedes Sprinter und entlädt ihn. Die erste Tour führte ihn zu Rewe nach Starbach. Foto: Anne Hübschmann © Foto: Anne Hübschmann

Fahrer Vadim Hoffmann packt den Transporter aus. Rund 20 Kisten mit Käse, Wurst, Salaten und Joghurt hat er aus Starbach mitgebracht. Die Lebensmittel sind eine Spende des dortigen Rewe-Großlagers. Diesmal hat sich der 54-jährige Mitstreiter der Großenhainer Tafel besonders auf diese Tour gefreut. Denn es war die Erste mit dem neuen Mercedes Sprinter 314 CDI, den das Autohaus Bruno Widmann Anfang der Woche in Zeithain der Großenhainer Tafel übergeben hat.

Das rund 70 000 Euro teure Fahrzeug wurde aus Spenden der Tafel Deutschland, der Diakonie Riesa-Großenhain und zur Hälfte von Mercedes-Benz finanziert. Tatsächlich ist der Fahrzeug-Konzern bereits seit 1998 einer der Hauptsponsoren der deutschen Tafeln, die Lebensmittel kostenlos an Bedürftige verteilen und dafür auch Transportfahrzeuge brauchen. Mittlerweile hat die Marke mit dem Stern mehr als 900 Neufahrzeuge an die Tafeln in Deutschland übergeben.

2016 profitierte die Tafel Meißen davon. Diesmal wurde Großenhain ausgewählt. Wohl auch, weil es höchste Zeit für einen neuen Transporter war. Das bisherige Fahrzeug, ein Fiat Ducato, war zwar erst sechs Jahre alt, hatte aber mehr als 100 000 Kilometer runter. Die Reparaturen häuften sich. „Außerdem hatte er keine Klimaanlage. Das war eine Zumutung für den Fahrer, vor allem im letzten Sommer“, sagt Hansgeorg Kießling von der Diakonie Riesa-Großenhain, zu der die Großenhainer Tafel gehört.

Verkaufsleiter Hendrik Becher (rechts) überreicht im Zeithainer Bruno-Widmann-Autohaus die Schlüssel für den Sprinter an Vadim Hoffmann und Elly Zorn von der Großenhainer Tafel. Foto: Sebastian Schultz
Verkaufsleiter Hendrik Becher (rechts) überreicht im Zeithainer Bruno-Widmann-Autohaus die Schlüssel für den Sprinter an Vadim Hoffmann und Elly Zorn von der Großenhainer Tafel. Foto: Sebastian Schultz © Foto: Sebastian Schultz

Zudem besitzt der neue Mercedes Sprinter eine Standkühlung. Das sei ein großer Vorteil, betont Elly Zorn, die Koordinatorin der Großenhainer Tafel. „Beim Fiat mussten wir immer beim Be- und Entladen den Motor laufenlassen“, erzählt sie. Das machte sich schließlich bei den Kraftstoffkosten bemerkbar. Die Standkühlung des Sprinters funktioniert dagegen mit Stromanschluss. Zudem besitzt er einen umweltfreundlichen Euro-6-Dieselmotor.

Elly Zorn gibt zu, dass sie von solchen technischen Feinheiten wenig Ahnung habe. Ihr sei als Erstes aufgefallen, dass die Ladefläche im Innenraum geriffelt ist. „Das ist praktisch. Da rutscht die Ladung nicht“, sagt die 59-Jährige. Für sie stehen die Menschen, denen Dank des neuen Transporters geholfen werden kann, im Vordergrund. In Großenhain kommen regelmäßig rund 130 Familien. „Die Armut betrifft immer mehr Rentner und alleinstehende Mütter“, sagt sie. „Da, wo ich weiß, dass es Kinder gibt, gebe ich auch mal eine größere Salami raus.“ Doch möglich sei das nur durch die Unterstützung der Märkte und Sponsoren wie Mercedes-Benz.