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Döbeln

Fahrzeugbau soll weiter wachsen

Die Firma Fichtner ist erst vor neun Monaten ins Gewerbegebiet gezogen. Jetzt gibt’s schon neue Pläne, obwohl die Mitarbeiter zurzeit weniger zu tun haben.

Raphael Beger wartet und repariert mit seinen Kollegen landwirtschaftliche Fahrzeuge, Transporter und Autos. Durch die gesperrten Kreisel am Harthaer Kreuz bleiben zurzeit allerdings einige Kunden fern.
Raphael Beger wartet und repariert mit seinen Kollegen landwirtschaftliche Fahrzeuge, Transporter und Autos. Durch die gesperrten Kreisel am Harthaer Kreuz bleiben zurzeit allerdings einige Kunden fern. © Dietmar Thomas

Hartha. Immer wieder klingelt das Telefon von Stefan Fichtner, Inhaber der gleichnamigen Nutzfahrzeuge-Firma. Die Kunden fragen nach Terminen. Sie sind in Wartestellung. Und das schon seit Wochen.

Grund sind die Bauarbeiten an den beiden Kreiseln am Harthaer Kreuz. „Wir sind aus Rochlitz, Geringswalde, Leisnig und Colditz momentan schwer zu erreichen“, so Fichtner. Die meisten Kunden seien nicht in andere Werkstätten gefahren, sondern hätten versucht, die Zeit zu überbrücken, bis die Kreisel wieder offen sind. Nach letzten Informationen des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) sollen die Arbeiten dort bis zum Freitag, 21. Juni, abgeschlossen sein.

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Stefan Fichtner hätte sich eine andere Lösung für die Verkehrsführung während des Kreiselbaus gewünscht, zum Beispiel eine Behelfsstraße. „Denn das Harthaer Kreuz ist ein Brennpunkt. Das ist, als würde man in einem Ballungszentrum einen Verkehrsknotenpunkt zumachen“, vergleicht Fichtner. Zu normalen Zeiten fahren über die Umgehungsstraße am Gewerbegebiet 4 000 bis 5 000 Fahrzeuge pro Tag an seiner Firma vorbei. „Zurzeit sind es etwa zehn Prozent.“ Und von denen biegen immer wieder welche auf den Hof der Nutzfahrzeuge Fichtner GmbH ab, nur, um nach dem Weg zu fragen.

Mechatroniker-Lehrling gesucht

Die etwas ruhigere Zeit in dem Unternehmen nutzen einige der Mitarbeiter für Urlaub. Denn statt zehn bis 20 Fahrzeuge durchlaufen derzeit nur acht oder neun pro Tag die Werkhalle.

Ab kommender Woche werden die Mitarbeiter versuchen, die Wünsche der Kunden so schnell wie möglich zu erfüllen. Trotzdem erhofft sich der Geschäftsführer von ihnen weiterhin ein wenig Geduld und Verständnis. „Wir werden das Management so gestalten, dass es für die Kunden und uns tragbar ist. Denn die Fahrzeuge sollen nicht unnötig rumstehen“, sagt er. Die größten der zurzeit sechs Vertragspartner sind Scania und Fendt.

Zurzeit beschäftigt das Unternehmen 14 Mitarbeiter, zu denen auch zwei Auszubildende zum Kfz-Mechatroniker gehören. „Ich würde gern noch einen weiteren Lehrling einstellen, aber das ist schwierig“, so Fichtner. Die Qualität der Bewerber entspreche nicht den Anforderungen.

Der TÜV soll auch umziehen

Das Unternehmen, das landwirtschaftliche Fahrzeuge, Transporter und Autos wartet und repariert, ist erst vor neun Monaten von der Steinaer Straße in einen Neubau ins Harthaer Gewerbegebiet gezogen. Dem soll bereits im kommenden Jahr eine weitere Halle folgen. „Zurzeit sind wir in der Planungsphase“, so Fichtner. Die ersten Entwürfe gibt es bereits. Vom Baustil her soll sich die rund 600 Quadratmeter große Halle der bestehenden anpassen. Damit sollen die betrieblichen Abläufe weiter optimiert werden.

Dort soll der TÜV einziehen, der noch als einziger im alten Objekt verblieben ist. Außerdem sind weitere Montageplätze geplant. „Strategisch will ich die Halle so bauen, dass ich sie für alles nutzen kann“, erklärt der Firmenchef. Bereits Anfang kommenden Jahres soll Baubeginn sein. Auch der Umzug des TÜV ist noch für 2020 geplant.

Fichtners Vater hatte das Unternehmen im Jahr 1990 an der Steinaer Straße gegründet. „Damit feiern wir im Herbst dieses Jahres bereits das 25-jährige Bestehen“, so Stefan Fichtner, der 1994 in die Firma eingestiegen ist.

Aus dem ehemaligen Firmenkomplex will sich der 45-Jährige komplett zurückziehen. Die Vermietung des Objektes ist ihm auch schneller gelungen, als er gedacht hat. „Es ist ein kleiner Handwerkerhof entstanden“, sagt er. Dazu gehören ein Karosseriebetrieb, ein Messebau, ein Dachdecker und auch das Stockcarteam hat an der Steinaer Straße sein Domizil.

Allerdings müsse er in dem Objekt noch „Altlasten“ beseitigen. Damit meint er keine gefährlichen Stoffe, sondern vor allem Ersatzteile, die dort zu DDR-Zeiten gesammelt und eingelagert worden sind.

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