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Falschparker verstopfen Niederauer Straße in Meißen

Tagtäglich staut es sich in Richtung Niederau, weil Autos in zweiter Reihe parken. Eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

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Von Philipp Siebert

Gegen 7.30 Uhr wird tagtäglich das gleiche Schauspiel auf der Niederauer Straße aufgeführt: Die Blechlawine, die von Meißen nach Niederau unterwegs ist, bleibt minutenlang stehen. Der Grund dafür sind die Fahrzeuge der Deutschen Post AG und deren Kunden, die gern mal in zweiter Reihe parken, um in die Filiale in der Hausnummer 16 zu huschen. Und das an dieser besonders engen Stelle der eh schon sehr schmalen Niederauer Straße – und auch noch mehrmals am Tag. Das ärgert nicht nur die Anwohner und Nachbarn, sondern auch viele Meißner, die mit dem Auto oder Fahrrad ins nahe gelegene Elbe-Center oder aus der Stadt wollen.

So auch Manuela Munschitz, die regelmäßig auf der Niederauer Straße unterwegs ist, um ihre Mutter auf der Fellbacher Straße zu besuchen. „Mittlerweile habe ich mich schon daran gewöhnt, trotzdem ärgere ich mich, wenn es nicht mehr voran geht“, sagt sie. Denn nicht nur Posttransporter und Kunden, auch die vielen privaten Zulieferer des deutschen Logistikriesen bringen jeden Tag Briefe, Pakete und Waren und nutzen ebenfalls die rechte Fahrbahn als Kurzzeitparkplatz. Obwohl auf der gegenüberliegenden Straßenseite gut 30 Parkplätze zur Verfügung stehen. Auf dem Parkplatz von Netto haben sogar weit über 250 Pkw Platz.

Doch diese scheinen Postmitarbeiter und Kunden nicht weiter zu interessieren. „Wenn der Bürgersteig oder der eine Stellplatz vor der Filiale besetzt ist, stellen sich die Leute in unsere Einfahrt oder auf die Kundenparkplätze“, sagt Hartmut Nipper, Geschäftsführer des Autohauses Puschmann und Nachbar der Postfiliale. Diese behindern dann nicht nur die Ersatzteillieferanten des Autohauses, sondern machen es seinen Kunden teilweise unmöglich, in die Werkstatt zu fahren.

Er würde sich daher wünschen, neue Parkplätze an dieser besonders schmalen Stelle der Niederauer Straße einzurichten. „Wenn man die vier Blumenkübel wegnehmen würde, hätten mindestens drei Autos mehr Platz“, sagt er. Das würde nicht nur die angespannte Stimmung unter den Nachbarn lösen, sondern auch wesentlich zur Verkehrssicherheit beitragen.

Warum Deutschlands größter Briefzusteller seinen Filialstandort vor gut fünf Jahren hierher verlegte, fragen sich auch die Mitarbeiter aus dem Friseursalon „Maria“ von Heiko Jahnke. Denn bis dato nahmen die Postmitarbeiter Briefe, Päckchen und Pakete im nur wenige hundert Meter entfernten Elbe-Center entgegen. Jetzt herrscht vor ihrem Laden täglich ein Verkehrschaos, so dass ihre Kunden gelegentlich zu spät zu ihren Terminen kommen. Und das ärgert nicht nur die Mitarbeiter, die dadurch immer öfter Überstunden schrubben müssen, sondern vergrault auf Dauer auch die Kunden.

Bei der Deutschen Post ist das Parkplatzproblem indes schon länger bekannt. Deshalb habe das Unternehmen auch kurz nach der Eröffnung der Filiale im August 2007 dafür gesorgt, Waren und Pakete nur noch in kleinen Transportern anzuliefern. Außerdem habe sich die Post darum bemüht, die Filiale auf der Niederauer Straße möglichst zeitig am Tag zu beliefern. „Die Mitarbeiter sind angehalten, spätestens bis halb acht vor Ort zu sein. Aber irgendwie müssen wir die Filiale versorgen, die Mitarbeiter können die vielen Pakete ja nicht quer über Straße tragen“, sagt der für Sachsen verantwortliche Pressesprecher Manfred Hauschild. Zudem sei das Be- und Entladen aus verkehrsrechtlicher Sicht an dieser Straße generell erlaubt.

Eine Lösung scheint daher auch in Zukunft nicht in Sicht zu sein. Vielmehr wolle der Briefzusteller seine Kunden auf die ausreichend vorhandenen Parkplätze auf der gegenüberliegenden Seite der Niederauer Straße hinweisen.