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Döbeln

Familie in Ostrau mit Corona infiziert

Die Familie ist in häuslicher Quarantäne. Eine Kontaktperson arbeitet auch in der Verwaltung. Dort ist das Ergebnis mittlerweile bekannt.

Am Freitag ziehen die ersten Mitarbeiter der Verwaltung von Bürgermeister Dirk Schilling ins Homeoffice. In der Gemeinde gibt es zwei bestätige Fälle.
Am Freitag ziehen die ersten Mitarbeiter der Verwaltung von Bürgermeister Dirk Schilling ins Homeoffice. In der Gemeinde gibt es zwei bestätige Fälle. © Lars Halbauer

Die beiden 36-Jährigen aus der Region Döbeln, bei denen das Coronavirus nachgewiesen worden ist, kommen offenbar aus der Region Ostrau. Bürgermeister Dirk Schilling bestätigte am Freitagvormittag, dass es zwei Fälle in seiner Gemeinde gebe. Eine Kontaktperson der Familie arbeite auch in der Gemeindeverwaltung.

Anfang der Woche habe Schilling davon erfahren. Am Mittwoch meldete das Landratsamt Mittelsachsen, dass ein Mann als Reiserückkehrer sowie eine Frau als Kontaktperson aus der Region Döbeln betroffen seien. 

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Die Kontaktpersonen waren zu dem Zeitpunkt noch in der Ermittlung. Am Nachmittag gab das Gemeindeoberhaupt bekannt, dass eine Kontaktperson auch in der Verwaltung der Gemeinde arbeite. "Sie wurde getestet und der Test ist negativ ausgefallen", so Dirk Schilling. "Somit sind wir auch weiter handlungsfähig." 

Ob das Virus inzwischen bei weiteren Personen in der Gemeinde nachgewiesen wurde, steht noch nicht fest. Zwar meldete das Landratsamt am späten Donnerstagabend weitere neue Nachweise. Doch bisher ist unbekannt, aus welchen Regionen die Patienten kommen. Die unmittelbaren Kontaktpersonen der Familie stünden, so Schilling, unter Quarantäne.

Für die Familie ist die Situation offenbar zurzeit sehr schwer. In einem Gespräch mit der Verwaltung habe die Frau geäußert, sie würde zurzeit "ganz schön fertig gemacht", so Schilling. Solche Reaktionen kann das Gemeindeoberhaupt nicht verstehen. "Es sind keine Aussätzigen. Keiner fängt sich den Virus bewusst ein. Die Personen sind mir bekannt. Sie sind sehr verantwortungsvolle Menschen", betont Schilling.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<< 

Verwaltung schickt Mitarbeiter ins Homeoffice

Mit Stand am frühen Freitagvormittag waren Schilling noch keine Einschränkungen in Ostrau bekannt, die sich aus den beiden konkreten Fällen heraus ergeben haben. Schilling hofft jedoch, dass aufgrund der Situation auch den letzten Ostrauern der Ernst der Lage bewusst wird. "Einige, vor allem ältere Leute gehen noch ganz schön leichtfertigt damit um", hat das Stadtoberhaupt beobachtet.

In der Gemeindeverwaltung sind die Sicherheitsmaßnahmen erhöht worden. Am Freitag packen einige Mitarbeiter, zum Beispiel aus dem Bereich der Finanzen, ihre Tasche, um ab sofort im Homeoffice zu arbeiten. 

Aufgabe der Mitarbeiter sei es zurzeit unter anderem, zu überprüfen, ob auch in Ostrau ein Teil der Elternbeiträge für die Kindereinrichtungen erlassen werden kann. Auch in der Gemeinde würde die Mehrheit der Eltern ihre Kinder zu Hause betreuen, begründet Schilling. "Auch aus Reihen der Eltern mit systemrelevanten Berufen sind nicht alle in der Notbetreuung", erklärte Schilling. 

Bürgermeister Dirk Schilling (CDU): "Jeder muss hier eine Vorbildwirkung haben."
Bürgermeister Dirk Schilling (CDU): "Jeder muss hier eine Vorbildwirkung haben." © Archiv/André Braun

Anfragen zu Corona häufen sich

Die Gemeindeverwaltung ist auch weiterhin telefonisch und per E-Mail erreichbar. Auch der Bürgermeister sei weiterhin vor Ort zu erreichen. "Mittlerweile häufen sich die Anfragen von Bürgern zum weiteren Vorgehen", berichtet Dirk Schilling. "Es gab auch schon Bitten, eine Ausgangssperre für die Gemeinde festzulegen." Dies könne Ostrau jedoch nicht entscheiden, sondern nur der Freistaat.

Das Gemeindeoberhaupt bittet jedoch ausdrücklich Anwohner zu Hause zu bleiben und nur für "wirklich notwendige Dinge" vor die Haustür zu treten. Das betreffe vor allem die Risikogruppe, also Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen. 

"Unsere Gemeinde ist nicht sehr groß. Die Ansteckungsgefahr ist somit auch nicht allzu gering", meint der Bürgermeister. Deshalb sei es "wirklich wichtig", dass die Menschen sich gegenseitig helfen und die Risikogruppe somit schützen.

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Dirk Schilling selbst gehe, wie er berichtet, mittlerweile auch nicht mehr gemeinsam mit seiner Mutter, sondern allein einkaufen und stellt die Einkäufe nur noch vor der Tür ab. "Natürlich würde ich gern einen Kaffee mit ihr trinken, aber an der Stelle muss ich zurückstecken, damit ich sie nicht gefährde", erklärt er. "Jeder muss hier eine Vorbildwirkung haben."

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