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Familienfest ist der Knüller im Naturkundemuseum

Im letzten Jahr überrannten die Besucher das Haus fast. Jetzt hat es vorgesorgt.

Von Ines Eifler

Noch nie hatte das Senckenberg Naturkundemuseum einen solchen Ansturm erlebt wie vor einem Jahr. Zu seinem ersten Familienfest waren über 1 000 Besucher gekommen und zeitweise hatten sich bis zum Dicken Turm Schlangen gebildet. „Das soll uns in diesem Jahr nicht wieder passieren“, sagt Museumssprecherin Annemarie Horn. Beim zweiten Familienfest am Sonnabend seien zwei Kassen geöffnet statt nur einer, auch sonst sei mehr Personal im Einsatz, und vor allem sei mehr Bastelmaterial da. „Das war uns ja im vergangenen Jahr ausgegangen“, sagt Annemarie Horn.

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Kleine und große Kinder können also diesmal noch mehr basteln als beim ersten Fest, ob asiatische Laternen, Papierjurten oder Hüte. Aber auch kleine Bälle, Teppiche und Deckchen können sie filzen, genauso aus Rohwolle, wie das in der Mongolei getan wird. Denn die Mongolei ist diesmal Thema des Familienfests. Seit Wochen widmet sich das Museum diesem großen Land mit der Sonderausstellung „Im Land der Gräser und der wilden Pferde“ und verschiedenen Vorträgen. Am Sonnabend gibt es dazu noch weitere Höhepunkte.

In der originalen, ledernen Jurte im Zentrum der Mongolei-Ausstellung werden dann nicht nur die Filme mit Naturaufnahmen zu sehen sein, die bereits seit Juli hier laufen. Von den kleinen mongolischen Hockern aus können Kinder auch einen Zeichentrickfilm sehen, der davon handelt, wie in der Wüste Gobi Dinosaurierknochen gefunden werden. In derselben Etage kann man mongolisches Gebäck, Käse und Milchtee kosten. Und der Forscher Hermann Ansorge wird von seinen Mongolei-Reisen berichten. Es gibt wohl keinen in Görlitz, der besser über das teils immer noch wenig erschlossene Land Bescheid weiß als er. Schon seit 35 Jahren besucht er die Mongolei regelmäßig. Einmal war Museumsdirektor Willy Xylander mit dabei, auch er wird von seiner Reise erzählen.

Mit Ludwig Kohnle und seinen Geschichten von der Seidenstraße ist auch ein Märchenerzähler im Museum. Man kann sich vorstellen, dass für die Nomaden, die in der Mongolei zweimal im Jahr ihre Zelte ab- und woanders wieder aufbauen, das mündliche Wieder- und Weitergeben von Geschichten noch wichtiger ist als für uns Mitteleuropäer. Als Höhepunkt des Festes preist das Museum aber die Band „Arjopa und The Master U-Like“ an, die mit ihrem mongolischen Kehlgesang mehrmals am Abend auftritt und sowohl Kinder als auch Erwachsene begeistern kann. „Wir wissen nicht so genau, ob das diesjährige Thema Familien genauso lockt wie voriges Jahr das Taschenlampenfest“, sagt Annemarie Horn, „aber wir hoffen natürlich auf ebenso viele Besucher.“

Familienfest im Naturkundemuseum Sa., 18–22 Uhr