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Familienurlaub und Kinderspielecke

Kinder braucht das Land. Wie kinderfreundlich ist die Region?

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Von Bärbel Schumann

Der DA ging in der Herbstferienzeit auf Spurensuche, was für Familien und Kinder getan und angeboten wird. Und vor allem, wie zum Beispiel gastronomische Einrichtungen darauf eingestellt sind.

Burg Kriebstein

Das Wetter verspricht schon morgens, dass dieser Ferientag bestes Herbstwetter bringen wird. Ein Tag, gut geeignet für einen Ausflug mit Kind und Kegel zum Beispiel zur Burg Kriebstein. Dort gibt es für den Besuch der Ausstellungsräume Familienkarten. „Wir bieten diese für 7,50 Euro an. Sie werden gern von Familien mit mehreren Kindern genutzt, für die sich so eine Karte rechnet“, sagt Gabriele Wippert von der Leitung der Burg Kriebstein. Leider, so Wippert, hat der Platz in den Sanitäreinrichtungen des historischen Gemäuers nicht ausgereicht, um einen Wickeltisch aufzustellen. „Wenn Mütter an der Rezeption fragen, handeln wir unkompliziert und stellen ihnen einen separaten Raum zum Stillen oder Wickeln zur Verfügung“, sagt Gabriele Wippert. Auf der Burg bezahlen Kinder bis sechs Jahre keinen Eintritt.

Verkehrsgesellschaft

Wer das Familienauto in der Garage lassen und stattdessen mit dem Bus unterwegs sein will, der vermisst bei der Verkehrsgesellschaft Döbeln Familienkarten. Ein Blick in die Tarifübersichten verrät zudem, dass Schülerkarten nicht das ganze Jahr über Gültigkeit haben. Die Sommerferien sind ausgelassen. „In Leipzig gab es in den Winter- und Herbstferien einen so genannten Ferienpass. Das nutzten wir, als wir noch in Leipzig wohnten, bewusst aus und haben mit den öffentlichen Verkehrsmitteln manche Fahrt unternommen. Das könnte ich mir auch für den Landkreis vorstellen“, sagt Bianka Scherpe, die mit ihrer Tochter jetzt oft den Stadtverkehr in Döbeln benutzt.

Tourismus

Die Tourismusmarketing Gesellschaft Sachsen hat eine neue touristische Marke entwickelt. „Familienurlaub in Sachsen“ heißt sie. Eingebunden in die Kampagne ist die Zertifizierung von Einrichtungen und Orten als familienfreundlich. Klare Forderungen zum Beispiel in Sachen Service sind darin definiert. „Im Landkreis Döbeln hat bisher noch keine Einrichtung diese Klassifizierung errungen“, sagt Katharina Sparrer vom Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland. Zu den zertifizierten Einrichtungen in der Nähe zählt nach Auskunft der Geschäftsführerin des Verbandes zum Beispiel das Riff in Bad Lausick oder der Zoo in Leipzig.

Gaststätten

Kinderkarten sind inzwischen in fast allen Gaststätten üblich, auch Kinderportionen zu angemessenen Preisen werden serviert und Kinderstühle sind vorhanden. Auch Spielzeug steht zur Verfügung, wie etwa im Döbelner Brauhaus. Oder die jungen Gäste können sich in der Kinderspielecke vergnügen, was zum Beispiel im Harthaer Cafe Bürgergarten möglich ist. „Wenn bei uns Familienfeiern stattfinden oder Familien zum Essen kommen, müssen die Kinder bis zum Servieren des Essens nicht still am Tisch sitzen. Bei uns gibt es eine Spielecke, wo sie sich mit verschiedenen Sachen beschäftigen können“, sagt Romy Schreiter, Chefin des Hauses.

Anders sieht es da mit Wickelmöglichkeiten für junge Mütter aus. Sie sind fast immer zum Improvisieren gezwungen. Das hat die dreifache Mutter Chris Sonntag aus Döbeln schon oft erlebt: „Im Bürgergarten in Döbeln sind viele Mütter bei schönem Wetter mit ihren Kindern zu finden. Ich wünschte mir dort zum Beispiel die Möglichkeit, mein Kind dort zu wickeln. Manch andere Mutter denkt ebenso.“

FReizeit

In Sachen Freizeitangebote, so sind sich Mütter einig, gibt es in Döbeln und den anderen Orten durch Vereine und Freizeiteinrichtungen eine Menge Möglichkeiten. Breit und bunt wie das Leben sind diese Angebote zum Beispiel im KiJuFaz der Döbelner Kirchgemeinde. Wer schon einmal dort zu Besuch war, entdeckt die unterschiedlichsten Sachen. „Gerade in den Herbstferien ist für jede Altersgruppe etwas dabei und selbst Mütter können mitkommen. Sie brauchen sich nicht zu langweilen und können zum Beispiel die Stillgruppe oder Gesprächskreise nutzen“, sagt Babett Fleischer, die Frauen in der Stillgruppe des KiJuFaz betreut.