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Fan-Glück in Verona

Konzertausflug. Susanne Fartak trifft Lenny Kravitz hinter der Bühne und in Veronas Arena.

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Von Katja Solbrig

Susanne Fartak hat in ihrem Leben als Lenny Kravitz-Fan mindestens schon dreimal richtig Glück gehabt: Das erste Mal 2002, als sie nicht zu Lennys Konzert in Dresden kommen konnte. Damals aber enttäuschte der erfolgsverwöhnte Musiker seine Fans im Eislaufstadion. Weil Susanne Fartak das nicht miterlebte, hatte sie ihm auch nichts zu verzeihen und freute sich weiter ohne Vorbehalte an seiner Musik.

Dann half ihr die Glücksfee und fischte ihre Gewinnspiel-Postkarte aus dem Stapel der Einsendungen. So machte sie sich gemeinsam mit einer kleinen Fangruppe aus Dresden am Donnerstag auf nach Verona. Dort startete Lenny Kravitz am Freitag seine Europatournee. Und nicht irgendwo, sondern in der berühmten Arena, in der sonst Operngrößen Arien aus „Aida“ oder „La Bohème“ schmettern. Und wieder hatte Susanne Fartak ein bisschen Glück, schaffte es doch Konzertveranstalter Rodney Aust gerade noch rechtzeitig, ein „Meet and Greet“ zu organisieren. Backstage mit Lenny. „Ohne Zweifel ist er ein egozentrischer Künstler“, sagte sie nach dem fünfminütigen Treffen. Aber die sympathische Dresdnerin hat es mit ihrer erfrischenden Art sogar geschafft, dem coolen Lenny ein Lächeln abzuringen. Vielleicht war der Sänger aber auch einfach nur aufgeregt vor der Premiere. Denn eine Stunde später betrat er die Bühne, den Eingang zur „Electric Church“, so heißt die aktuelle Tour. Gleich nach dem ersten Song bat er die Fans, sich von den teilweise mit Samt bezogenen Plätzen zu erheben und so nahe wie möglich nach vorn zu kommen.

Ein Traum für die Fans, ein Alptraum für die Security. Doch Lenny hatte alles im Griff, mit perfekter Lichtshow, fantastischer Band und seiner eigenen genialen Stimme, sondern eben auch die Fans. Denn nach einer halben Stunde musste er seine begeisterten Anhänger wieder ein paar Meter zurückschicken, bedeutete das durch die tanzende Menge ausgelöste rhythmische Beben Gefahr für den Boden der antiken Arena. Lenny sang ein paar Lieder aus seinem aktuellen Album „Baptism“, vor allem aber zelebrierte er seine größten Hits. Er nutzte sein „Stand By My Woman“ zu einer Liebeserklärung an das weibliche Geschlecht, heizte den Massen zu Krachern wie „Fly Away“, „Are You Gonna Go My Way“, „Always On The Run“ ein und erfreute seine italienischen Fans mit einem fast akzentfreien „Grazie“.

Susanne Fartaks Fazit nach dem knapp zweistündigen Konzert: „Eine perfekte Show. Lenny war klasse. Aber seine Schlagzeugerin Cindy Blackman war noch besser.“ So kann man ruhig von einem vierten Glücksfall in Susannes Fan-Leben sprechen.

Karten für das Konzert am 13. Juli in der Jungen Garde gibt es für 42,50 Euro an allen Vorverkaufsstellen.