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Fans sind besser drauf als ihr Star

Konzert. Über 2 000Menschen feiern in PirnaRoland Kaiser, der nicht immer den Ton trifft.

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Von Marco Mach

Der Kaiser unterstützt die Königin: Corinna König nutzt die Gunst der Stunde und öffnet prompt für die Besucher des Roland-Kaiser-Konzertes am Sonnabendabend ihren kleinen Gummibärchen-Laden in Pirnas Breiter Straße, der mitten in der abgesperrten Veranstaltungszone liegt. „Es wird gut angenommen. Die Leute sollen wie im Kino auch was zum Naschen haben“, sagt die pfiffige Geschäftsfrau.

Kundschaft ist genügend da. Über 2 000 Menschen sind gekommen, um den ersten Auftritt des 53-jährigen Schlagersängers in der Kreisstadt mitzuerleben. Dieser lässt erst einmal auf sich warten. Mit kleiner Verspätung fährt Kaiser höchstpersönlich in seinem silbrigen Audi-Schlitten dann doch hinter der Bühne ein, um sie gegen 21.30 Uhr in Jeans und schwarzem Sakko und unter großem Jubel zu betreten. Angefangen mit „Sag niemals nie“ bietet er seine Hits aus mehr als 30 Jahren. „Dich zu lieben“ ist genauso darunter wie „Joana“ oder „Extreme“.

Es zeigt sich mal wieder, dass Kaiser in und um Dresden seine größte und treueste Fangemeinde hat. Da wird mitgesungen, getanzt und mit Büstenhaltern gewunken. „Roland-Roland“-Sprechchöre erklingen. Die Bewohner der Breiten Straße, die aus dem Fenster schauen und somit die besten und billigsten Plätze haben, schwenken Wunderkerzen. Sogar außerhalb der Absperrung versammeln sich Hunderte, um dem Kaiser-Gesang zu lauschen.

Gewinnerin ist enttäuscht

Solche Fans verzeihen ihrem Star offensichtlich alles. Mehrmals trifft dieser nicht den richtigen Ton und präsentiert sich alles andere als locker und topfit. Als er bereits nach gut einer Stunde die Bühne wieder verlässt, sind einige Besucher aber dann doch verärgert. „So war der Vertrag“, erklärt dazu Michaela Thieme vom gleichnamigen Eventmanagement.

Etwas enttäuscht ist am Ende auch Petra Seifert. Die Rennersdorferin hatte im Voraus bei einer SZ-Aktion Konzertkarten gewonnen, die es ihr erlauben sollten, ihr Idol hinter der Bühne zu treffen. Doch erst reißt ihr jemand während des Konzertes die für Kaiser bestimmten Blumen aus der Hand. Und dann hat der Schlagerbarde fast keine Zeit für sie. Ein kurzer Handschlag, schnell ein Foto und schon düst er im Audi ab in Richtung Dresden.

Corinna König ist dagegen zufrieden. Schließlich bescherte ihr Roland Kaiser einen guten Umsatz. Sie hat ihren Laden geöffnet, um den Verlust vom Freitag wieder etwas gut zu machen. Da kam nämlich fast niemand in das Geschäft, weil die Breite Straße auf Grund des Bühnenaufbaus bereits gesperrt war. Sie und die anderen Händler ärgern sich, dass sie nicht mehr in die Vorbereitung des Konzertes einbezogen wurden. „Man hätte am Tag schon auf der Breiten Straße ein Fest feiern können“, sagt sie. Vielleicht wird das ja beim nächsten Mal. Denn Kaiser hat angekündigt, dass er gerne einmal wiederkommen würde.

Am 9. Juli tritt Roland Kaiser am Dresdner Elbufer auf.