SZ +
Merken

Farbenfroh und wenig Stoff

Shorts, Strings, Tankini sind bei denGroßenhainern in diesem Sommer angesagt. Schlapprige Boxershort scheinen out zu sein.

Teilen
Folgen

Von Julia Polony und Gunter Niehus

Hauptsache bunt“, so beschreibt Kerstin Voigt, Verkäuferin im Sport-Center Großenhain den Bademoden-Geschmack dieser Saison. Die 70er Jahre mit ihren schreienden Mustern sind zurückgekehrt. Wer es ein klein wenig dezenter mag, greift zu Blümchen oder Streifen. „Schwarz war mal ganz modern“, weiß die Fachfrau. „Aber heute würde das keiner mehr kaufen.“ Zu verlockend sind die farbenfrohen Bikinis, Badeanzüge und Shorts.

Völlig aus der Mode sind in diesem Jahr übrigens auch Hot Pants. „Dafür sind Tankinis total gefragt“, ergänzt Kerstin Voigt. Tankinis sind Zweiteiler, bei dem das Oberteil wie ein Top geschnitten ist. Kleine Speckröllchen lassen sich da wunderbar kaschieren. Neu ist auch die dreiteilige Variante, bei der zum Tankini ein ganz normales Bikini-Oberteil dazu ist.

Absoluter Favorit in diesem Sommer ist die Triangelform. Sprich: zwei kleine Dreiecke, festgehalten von vier dünnen Bändchen. Frau zeigt eben gern Haut. Beim Sonnenbaden darf es so wenig Stoff wie möglich sein. Das findet zumindest Manja Träger, die ihren schlanken Körper in einen weinroten Bikini mit Glitzersteinen und String-Höschen gesteckt hat. „Einen Badeanzug trage ich erst, wenn ich alt und schrumpelig bin“, scherzt die 30-jährige Mutti. Auch sie bestätigt: „Eine kräftige Farbe muss es sein.“ Da gibt sie auch mal etwas mehr Geld aus. Jedes Jahr muss ein neues Teil her, so Manja Träger: „Denn die Farben verblassen schnell.“

Im Gegensatz dazu schwört Friedrich Brunnert auf seine blaue Badehose. „Die habe ich mir vor drei Jahren zugelegt. Eine neue schaffe ich erst an, wenn sie den Geist aufgibt“, lacht der 44-jährige Schwimmlehrer. Die bei den jungen Leuten beliebten Shorts sind ihm ein Graus: „Zu viel Stoff, zu wenig Bewegungsfreiheit, zu unbequem im Wasser“, so sein vernichtendes Urteil.

Damit bleibt er dem allgemeinen Geschmack der ab 30-Jährigen treu. Die Jüngeren würden das klassische Kleidungsstück wohl nicht einmal mit der Kneifzange anfassen. „Die bis 18-Jährigen tragen am liebsten Boxershorts“, hat Bademeister Christian Thiel vom Naturerlebnisbad beobachtet. Es seien jedoch weniger geworden. „Vor einigen Jahren kamen die Schüler sogar mit Jeans bis zu den Knien zum Baden. Doch das ist vorbei.“ Und tatsächlich sind die schlapprigen Bermuda-Shorts zumindest im Großenhainer Bad nicht zu finden. Statt dessen hüpfen die Jungs in eng anliegenden Shorts ins Wasser. Allerdings ist die männliche Fraktion in Sachen Farbe und Muster noch immer zurückhaltender als die Damen. Fast ausschließlich unifarben sind die Höschen. Nur ab und zu sind seitliche Streifen an den Shorts zu entdecken.

Noch etwas scheint wieder beliebter zu werden. Das Nacktbaden am See. „Wenn es geht, lasse ich die Badehose ganz weg“, verrät Friedrich Brunnert.