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Farbenfroher Spielplatz für Wetro

Die Kinder nahmen das neue Spielgerät sofort in Besitz. Es konnte mithilfe von Sponsoren aufgebaut werden – und soll neue Bewohner in die Siedlung locken.

© Steffen Unger

Von Kerstin Fiedler

Puschwitz. Sie konnten es kaum aushalten, bis sie das neue, große, bunte Spielgerät hinter den Wohnblöcken der Siedlung in Wetro in Besitz nehmen konnten. Elin und Josie durften sogar das rote Band durchschneiden, mit dem der ehrenamtliche Bürgermeister von Puschwitz, Stanislaus Ritscher, den Spielplatz einweihte.

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Rings um die Spielburg ist eine große Wiese. Diese schließt an die Wohnblöcke an. Die Kinder haben viel Platz zum Spielen. Auch die Eltern können sich hier bei schönem Wetter niederlassen. Eine überdachte Sitzgruppe bietet sich sogar zum Picknick an. Die Siedlung Wetro entstand in den 50er-/60er-Jahren für die Mitarbeiter des Feuerfestwerkes. In den Wirren der Wende gab es große Schwierigkeiten, als die damals noch selbstständige Gemeinde Puschwitz die Blöcke verkaufte. Doch das Konzept ging nicht auf, die Gemeinde hatte Schulden in Millionenhöhe. Geblieben sind nun etwa 150 Wohnungen, die der Gemeinde gehören. 50 Wohnungen sind verkauft worden und befinden sich in Privateigentum. Stanislaus Ritscher wünscht sich, dass der Spielplatz junge Familien anlockt. 30 Wohnungen stehen leer, von Ein- bis Vierraumwohnungen. „Wenn jemand Interesse hat, gestalten wir die Renovierung auch nach den Wünschen der Mieter“, sagt Ritscher. Und er wirbt mit dem Vorteil des Standorts: Eine ruhige Lage, es gibt Garagen und Gärten im Umkreis von 300 Metern. Auch zu den nächsten Einkaufsmöglichkeiten in Neschwitz ist es nicht weit.

800 Einwohner, darunter 120 Kinder

Seit der Wende hat auch die Gemeinde Puschwitz mit dem Einwohnerrückgang zu tun. Waren es einmal 1 000 Einwohner, sind es nun nur noch rund 800. Aber davon leben in Wetro immerhin 120 Kinder. „Wir tun überhaupt viel für unseren Nachwuchs“, sagt der Bürgermeister, der Geschäftsführer einer Transportfirma ist. So gibt es bereits einen Spielplatz in Jeßnitz, in Lauske wird demnächst ein Spielgerät aufgestellt. Und für die Ortsteile Guhra und Neu-Jeßnitz soll in Neu-Jeßnitz ein Spielplatz entstehen. Möglichst so wie in Wetro. Denn ohne die Hilfe des Feuerfestwerks wäre das wohl nicht gelungen. Der alte Spielplatz konnte nicht mehr genutzt werden, denn die meisten Teile waren aus Holz und durchgefault. Die PD Industriegesellschaft hat das farbenfrohe Gerät mit Rutschen, Klettertreppen und Netzbrücke bezahlt. Montiert haben es die Mitarbeiter der Gemeinde. Und das funktioniert wie so vieles in diesem Dorf: Da ruft jemand jemanden an, der jemanden kennt, der auch noch helfen möchte. „Bei so einer kleinen Gemeinde muss das einfach so gehen“, findet Stanislaus Ritscher. Und so ist es selbstverständlich, dass die Feuerwehr Puschwitz die Knirpse der Tagesmutti mit dem Feuerwehrauto abholt, um sie zur Einweihung des Spielplatzes zu bringen. Mitglieder des Oldtimerclubs Feuerfest Wetro sponsern die Würstchen und die Fassbrause. Allerdings hatte Ritscher gedacht, dass noch mehr Kinder kommen, denn schließlich war der Freitag nach dem Fronleichnamsfest Brückentag.

Der Bürgermeister ist froh, dass in den vergangenen Jahren Ruhe in die Gemeindearbeit gekommen ist. Puschwitz zieht auch Vorteile aus der Verwaltungsgemeinschaft mit Neschwitz. Dass sie sich vor Jahren nicht überzeugen ließen, zu fusionieren, findet Stanislaus Ritscher noch heute gut und richtig. Immerhin hat er in seiner kleinen Gemeinde ziemlich viele Industriebetriebe. Neben der PD auch das Mammut-Werk oder Zeibina.