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Farbenreich und mit Charisma

Bautzen. Der Oberguriger Männergesangsverein und der Chor Harmonie bescheren dem Publikum ein glänzendes Konzert.

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Von Crista Vogel

Gewaltig tönte die gemeinsame Klangwelt des „Aka si mi krasnja“ zu den vielen Chorfreunden im Festsaal des Landratsamtes. Der Harmoniechor feierte am Sonnabend sein Jahreskonzert. Diesmal hatten die etwa 50 Sängerinnen und Sänger den Männergesangsverein Obergurig zu Gast. Eine tolle Klangmischung, wie sich bald herausstellte, denn Erlesenes und Unterhaltsames wuchs zu einem erbaulichen Chorerlebnis.

Unter sensibler Leitung von Anita Däbritz und mit den Sprechern Heidemarie Spahn und Ralf Kroschwitz begrüßte der Chor Harmonie mit Bachs festlichem „Freut euch alle“ und Madrigalen alter Meister recht anspruchsvoll seine Gäste. „Frau Nachtigall“ sang lieblich. Vielfältig und lebhaft schwatzten französische Nachbarinnen in „Il est bel et bon“. Singelust pur erfreute in Hasslers „Tanzen und Springen“. Instrumentale Bereicherung brachten Jan Chlebnicek (Piano) und Hans-Peter Purschke (Violine) in Beiträgen wie dem berührenden „Panis angelicus“ von Cesar Franck mit dem zarten Solo Monika Petters über weichem Chor-Klangteppich oder dem feinnervigen Geigensolo im Allegretto grazioso von Franz Schubert.

Internationaler Farbenreichtum erfreute. „Swing low“ mit Anita Däbritz am Flügel in gelöster Spiritualstimmung, das ergreifende „Senzeninä“ aus Südafrika oder die kecke Wortspielerei in „Pandur andandori“ von 1583 überzeugten. Neben deutschem Liedgut wie „Muss i denn“ rissen tschechische Lieder wie das feurige „Tancuj“ zu Beifallsovationen hin, und für eine Chorsängerin erklang ein beschwingt-herbstliches Saal-Geburtstagsständchen. Da waren bereits die Oberguriger Männer wieder dabei, und Marika Matthes dirigierte die gemeinsame amüsante „Speisekarte“, von Theo Wagner als musikalischer Mischmasch angekündigt. – „20 Männer hören auf eine Frau“ stellte er begeistert den Oberguriger Gastchor vor, den es bereits 38 Jahre gibt. Und in guter Tradition begannen sie mit dem frischen „Heimatlied“ von Mönchen und dem Mönchswalder Berg, geschrieben von Hilmar Urban, immer profund begleitet von Jan Chlebnicek. Manfred Lahode erhielt Prasselbeifall für seinen Spaziergang mit einem hübschen Mädchen, sein Bruder Wolfgang faszinierte mit Oberlausitzer Mundart im „Froschkonzert“-Kracher.

Publikum ist hingerissen

Das Publikum taute auf, war hingerissen. 20 Männerkehlen in Hochform ließen „Sierra madre“ wachsen, schmetterten von den lustigen Bergvagabunden. Zauberten mit Feinsinn im tschechischen „Ticha noc“ vorweihnachtliche Wärme und begeisterten mit „Trinklied“ im Winter. Einen Renner lieferte Christian Ehrke im bekannten Seemannslied. Da sang längst der Saalchor mit. Und endlich durfte er’s im schwungvollen Potpourri, das vom gelben Wagen bis zur Lüneburger Heide erststrophig reichte.

Da wollte der Applaus nicht enden, und gemeinsam ging es nach Dankesworten und Blumen in alle Richtungen in die Kehraus-Polka aus Smetanas „Verkaufter Braut“. Zwei Chöre mit Charisma, das unterschiedlicher nicht sein konnte, machten den Supererfolg des Konzertes aus. Fazit: Weiter so!