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Radebeul

Farbimpressionen aus dem Feuer

Die heute seltene Emaillekunst stellt ein neuer Bildband des Radebeuler Metallkünstlers Günter Gläser vor.

Seit seiner Pensionierung vor 16 Jahren widmet sich Günter Gläser der aufwendigen Emaillekunst. Seine schönsten Werke sind im Buch zu sehen.
Seit seiner Pensionierung vor 16 Jahren widmet sich Günter Gläser der aufwendigen Emaillekunst. Seine schönsten Werke sind im Buch zu sehen. © Arvid Müller

Von Lilli Vostry

Radebeul. Eine Sommerlandschaft mit Mohnblüte. Lavendelfelder. Sonnenblumen, Magnolien, Mandelblüten, Tulpen und zartes Wollgras entfalten ihre betörende Pracht. Linien und Formenspiel sind noch bewegter, fließender geworden in den neuen Emaillebildern von Günter Gläser.

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Das hat gewiss auch mit der unruhigen, wechselvollen Gegenwart zu tun. Mit Hingabe und Experimentierfreude widmet sich der frühere, promovierte Ingenieur und Unternehmer aus Radebeul seit seiner Pensionierung vor nunmehr 16 Jahren ganz der heutzutage seltenen und aufwendigen Emaillekunst.

Seine leuchtend farbenfrohe Malerei auf Kupfer stellt ein neuer Bildband mit „Farbimpressionen aus dem Feuer“ des 84-jährigen Metallkünstlers vor, gerade erschienen im Notschriften-Verlag Radebeul und im Verlagsbuchladen auf der Bahnhofstraße 19 erhältlich. 

Den Buchtitel ziert ein Blick auf den sonnigen Weinberg, mit weitem Blau und steinigen Treppen wie Lebensstufen. Für den Bildband wählte Gläser 111 Arbeiten aus, die einen Querschnitt seiner von 2007 bis 2019 entstandenen, insgesamt 240 Emaillebilder in opulent farbreichen Abbildungen zeigen.

Reiseeindrücke aus dem Mittelmeerraum sowie die Reize und Vielfalt der Pflanzenwelt und Landschaften sind stimmungsvoll eingefangen und zugleich Sinnbilder für Werden, Wachsen, Wandel und verrinnende Lebenszeit. Landschaften und freie Motive aus dem Feuer mit symbolhaften Bildern und Reflexionen zur Gegenwart, in denen es um das Maßvolle und Ausbalancierte im Umgang mit der Natur geht.

Im Vorwort des Bildbandes erzählt Günter Gläser über seine Liebe zur Emaille und wie ein Emaillebild entsteht. Er ist immer noch oft im Atelier voller Ideen und Schaffensfreude, soweit seine Gesundheit es erlaubt. 

Ein Leitspruch von ihm lautet: „Frage nicht nach gelebten Jahren, aber erhalte dir die Augenblicke, die du genießt.“ Passend zum Sommer wird Günter Gläser neue, heiter-sinnliche Emaillebilder mit Paaren in Umarmung, Tanzenden und feurigen Chili in der Ausstellung „Sommersalon“ zusammen mit anderen Künstlern aus der Region im Juli in der Galerie Kunst & Eros in Dresden, Hauptstraße 15, zeigen.

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