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Fassadenbauer zieht in des Königs Villa

Die Firmen von Matthias Kurrey haben in der Herrmannstraße 200 Quadratmeter, in der ehemaligen Druckerei aber 400.

© Anne Hübschmann

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Wussten Sie es? Von 1886 bis1887 logierte Friedrich August, der spätere Sachsenkönig, als Husar in der Mozartallee 129. Jetzt stehen Gerüste an der altehrwürdigen Villa. Die Druckerei Starke und Sachse hat ihren Geschäftsbetrieb aufgegeben. Doch ein neuer Wirtschaftsmann zieht ein – einer, der in ganz Deutschland und darüber hinaus tätig ist: Matthias Kurrey. Mit seiner Fassadenbaufirma war er bis gerade noch in Frankfut/Main am Taunus-Turm beschäftigt – in 200 Meter Höhe.

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In der Mozartallee brauchen die Dachdecker nicht so hoch hinauf. Doch bevor die Gerüstbauer anrückten, musste viel Grün weichen. Maler und Trockenbauer sowie Fensterprofis werden noch folgen, um aus der Villa ein modernes Bürohaus zu machen. Alles einheimische Betriebe. Wände wurden schon rausgerissen, auch im Dachgeschoss wird entkernt, um ein Großraumbüro entstehen zu lassen. „Wir investieren 1,3 Millionen“, sagt der 43-jährige Matthias Kurrey. Der gebürtige Berliner ist in Freitelsdorf zu Hause, gelernt hat er mal Zimmermann. Heute leitet er zwei Bau- und ein Management-Unternehmen, beschäftigt 40 Festangestellte. Seit zehn Jahren arbeitet er in Großenhain, seit 1994 ist der Fassadenbau am Markt.

Büros, Lager und Praxisvermietung

„Wir haben neue Räume gesucht, da kam uns der Verkauf des Wohn- und Geschäftshauses gerade recht“, sagt Matthias Kurrey. Jetzt bekommt er doppelt so viel Fläche. Das ehemalige Druckereigebäude wird als Lager dienen, ebenso das Kellergeschoss. Doch gelagert werde hier nur Restmaterial. Gerade für die neuen Fassadenverkleidungen mit Alucobond wird das benötigte Material direkt auf die Baustellen geliefert.

Die Aluteile können, je nach Wunsch, farblich beschichtet werden. „Das ist speziell und teuer“, erklärt Matthias Kurrey. Deshalb ist sein Unternehmen aber auch bei namhaften Firmen so gefragt. 120 Projekte machen die Stahl-, Gasfassaden- und Alucobondbauer jährlich. Wie das aussieht, wird man auch an der Großenhainer Fassade ab Jahresmitte sehen: die Fassadenfarbe ändert sich dann, wenn man an ihr vorbeiläuft oder -fährt. Die Unterkonstruktion aus Holz wird bereits auf dem Hof gefertigt. „Standard ist allerdings eine Unterkonstruktion aus Metall“, stellt Geschäftsführer Kurrey klar.

In der Villa sind vorerst nur Leitungen durch die leeren Räume gezogen. Der Innenausbau beginnt im Mai. Doch nicht alle Bereiche braucht Matthias Kurrey selbst. Den vorderen Teil will er als Gewerbeeinheit vermieten, als Arztpraxis vielleicht. Im dritten Quartal werden die Management GmbH, die Fassadenbau-BK und die Alucobond GmbH in die Mozartallee 129 umziehen. Die Stadt unterstützt die Neuanschaffung von Geschäftsausstattung mit fast 22 000 Euro. Vier neue Arbeitsplätze sollen entstehen. In Großenhain schlägt das Herz der Firmen, von hier aus läuft das Management, betont Geschäftsführer Kurrey. Von hier schickt er seine Leute in viele Städte.