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Fast 100000 teure Fotos

Zwölf stationäre Blitzer stehen im Landkreis. Die sorgen für mehr Sicherheit – und Geld. Wie viel genau, bleibt allerdings unklar.

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Von Erik Geipel

Ein kurzes Aufleuchten, ein Schreck, und dann die Gewissheit, dass man bald Post von der Bußgeldstelle bekommt. Zwölf Blitzer stehen derzeit im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und sollen dafür sorgen, dass an kritischen Stellen, wie an Hauptverkehrsstraßen mit hohem Verkehrsaufkommen oder in der Nähe von Schulen und Kindergärten, die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten eingehalten werden.

„Für uns ist es vor allem wichtig, mithilfe der stationären Anlagen für mehr Sicherheit zu sorgen“, betont Kerstin Körner, Abteilungsleiterin Ordnungsangelegenheiten im Landratsamt. Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor eine der häufigsten Unfallursachen. Gerade deshalb würden Geschwindigkeitskontrollen einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit leisten. Zwar steht die Sicherheit im Vordergrund, dennoch lässt sich nicht leugnen, dass dank der Blitzer Geld eingenommen wird. 2011 wurden insgesamt 96580-mal im Landkreis teure Fotos gemacht. Wie hoch der Anteil der stationären Blitzer war, kann das Landratsamt nicht sagen. „Welcher Blitzer wie oft aktiviert wurde und welche Einnahmen damit jeweils erzielt wurden, lässt sich leider nur mit viel Aufwand ermitteln, da diese Angaben nur in der Gesamtsumme technisch abrufbar sind“, heißt es aus der Pressestelle des Landratsamtes. Im vergangenem Jahr wurden drei Millionen Euro aus Buß- und Verwarngeldern eingenommen. Die drei neusten Anlagen in Wünschendorf, Mühlbach und Stolpen sollen nochmal 200000Euro zusätzlich bringen, so der Plan des Kreises.

Kein zu optimistisches Ziel, schaut man nach Pirna. Dort werden vom Rathaus zwei stationäre Blitzer betrieben. „Die Stadt hat im letzten Jahr die Anlagen in Bonnewitz und Pirna vom Landkreis übernommen“, erklärt Stadtsprecher Thomas Gockel. Zusätzlich zu den beiden stationären, ist die Stadt mit einem mobilen Messgerät unterwegs. Mithilfe der drei Blitzer hat die Stadt im letzten Jahr rund 207000Euro eingenommen.

Dabei blitzten die stationären Anlagen rund doppelt so häufig wie der mobile. „Das ergibt sich logischerweise daraus, dass zwei stationäre Blitzer das ganze Jahr über blitzen können und ein mobiler nur hin und wieder eingesetzt wird“, erklärt Thomas Gockel.

Das Landratsamt hält sich offen, weitere stationäre Anlagen im Kreis aufzustellen. „Überall dort, wo zum Schutze der Fußgänger und Anwohner eine permanente Geschwindigkeitsüberwachung geboten ist, können stationäre Verkehrsüberwachungsanlagen installiert werden“, heißt es dazu aus der Kreisbehörde.