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Corona: Zahl der arbeitslosen Dresdner gestiegen

Auch die Zahl der Menschen in Kurzarbeit ist hoch. Wer besonders betroffen ist und wie den Menschen geholfen wird. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Auch die Zahl der Arbeitslosen ist gestiegen. Wie den Betroffenen geholfen wird.
Auch die Zahl der Arbeitslosen ist gestiegen. Wie den Betroffenen geholfen wird. © Symbolbild: dpa

Wie viele Dresdner sind von Kurzarbeit betroffen?

Kurzarbeit wurde aktuell für 59.636 Dresdner angezeigt, also für rund 20 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Dresden. 

Doch, so die Arbeitsagentur, die Anzeigen auf Kurzarbeit und die davon betroffenen Dresdner sind nur die Obergrenze. "In der Regel – und so auch beispielsweise in der Finanzkrise vor reichlich 10 Jahren – fällt der tatsächliche Umfang der Kurzarbeit geringer aus", sagt Sprecherin Grit Löst. Erst mit dem monatlich nachträglich gestellten Antrag werden der konkrete Umfang des Arbeitsausfalls und die davon betroffenen Beschäftigten sichtbar.

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Niemand müsse sich sorgen, dass er sein Geld nicht bekomme. "Da Kurzarbeitergeld eine Pflichtleistung ist, wird es bei Anspruch immer gezahlt. Dafür werden die Rücklagen der Arbeitsagentur genutzt und notfalls wird der Bund einspringen", betont die Sprecherin. Es gebe noch keine Aussagen dazu, wie viel aktuell monatlich für Kurzarbeitergeld ausgegeben werde, denn die Arbeitgeber haben grundsätzlich drei Monate Zeit ihre Abrechnungen einzureichen.

Welche Branchen sind besonders betroffen?

Von Kurzarbeit sind fast alle Branchen in unterschiedlicher Ausprägung betroffen, eine konkrete Bezifferung liegt aktuell jedoch nur auf Sachsenebene vor. Hier wurde Kurzarbeit am häufigsten für die Beschäftigten aus folgenden Branchen angezeigt: verarbeitendes Gewerbe mit 157.671 Beschäftigten aus 5.166 Betrieben, Gastgewerbe mit 45.764 Beschäftigten aus 5.761 Betrieben und das Baugewerbe mit 39.531 Beschäftigten aus 4.651 Betrieben.

Welche Hilfen gibt es für die Betroffenen?

Die Kurzarbeiter erhalten grundsätzlich 60 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts. Lebt mindestens ein Kind mit im Haushalt beträgt das Kurzarbeitergeld 67 Prozent des ausgefallenen Nettos.

Bei Aufnahme einer Nebenbeschäftigung in einem systemrelevanten Bereich wie  Landwirtschaft, Handel oder im Gesundheitswesen bleibt das Nebeneinkommen in der Zeit vom 1. April bis 31. Oktober anrechnungsfrei, soweit das Entgelt aus dem Nebeneinkommen mit dem verbliebenen Ist-Entgelt das Soll-Entgelt nicht übersteigt.

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Zusätzlich können ergänzende Sozialleistungen wie Kinderzuschlag, Wohngeld oder Grundsicherung beantragt werden. Die Bundesregierung hat im Rahmen des Sozialschutz-Pakets den Kinderzuschlag kurzfristig umgestaltet. Dadurch erhalten möglichst viele Familien finanzielle Unterstützung, wenn sie derzeit Einkommen einbüßen. Das kann zum Beispiel passieren, wenn sie Kurzarbeitergeld erhalten, selbstständig sind und derzeit keine oder niedrige Einnahmen haben, weniger Bezüge durch entfallene Überstunden haben oder derzeit Arbeitslosengeld oder Krankengeld beziehen. Der Notfall-Kinderzuschlag beträgt monatlich bis zu 185 Euro pro Kind.

Wie haben sich die Arbeitslosen-Zahlen durch Corona entwickelt?

Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt ist im April deutlich angestiegen, so Sprecherin Grit Löst. Es waren über 2.000 Männer und Frauen mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vormonat um 0,7 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent gestiegen. Im gleichen Monat des Vorjahres lag diese Quote noch bei 5,7 Prozent.

Knapp eintausend erwerbstätige Menschen mehr, mit abhängiger oder selbständiger Tätigkeit, bezogen im April 2020 im Vergleich zum Vorjahr Leistungen vom Jobcenter.

Welche Altersgruppen sind hier besonders betroffen?

"Wir befinden uns im Jahresverlauf in der Zeit, wo Jugendliche von der Schule ins Berufsleben eintreten", betont die Sprecherin. Aufgrund verschobener Prioritäten und der bestehenden Unsicherheiten in Bezug auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen sei diese Altersgruppe derzeit besonders betroffen. Ebenfalls in höherem Maß von Arbeitslosigkeit betroffen sind Frauen, da diese einen großen Beschäftigtenanteil in besonders betroffenen Branchen wie dem Handel oder der Gastronomie haben.

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