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Fast 8.400 Raser geblitzt

Mehr als die Hälfte der Geschwindigkeitsüberschreitungen im Jahr 2019 in Hoyerswerda wurden in Zeißig registriert.

Mehr als tausend Fahrzeugführer wurden im vergangenen Jahr an dieser Säule an der B 97 Am Adler in Hoyerswerda geblitzt.
Mehr als tausend Fahrzeugführer wurden im vergangenen Jahr an dieser Säule an der B 97 Am Adler in Hoyerswerda geblitzt. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Bedingt durch eine Baustelle, einen Defekt und eine mutwillige Beschädigung waren mehrere der sechs stationären Geschwindigkeitsmessanlagen in der Stadt Hoyerswerda im vergangenen Jahr zeitweise oder komplett nicht in Betrieb. Dafür gab es mit 449 deutlich mehr Einsätze des mobilen Blitzers im Vergleich zum Vorjahr, als es 325 Einsätze waren. In Summe wurden 2019 von der Stadtverwaltung 8.389 Anzeigen gegen Raser erstattet. Mehr als die Hälfte dieser Fahrzeugführer wurde auf der Bautzener Straße in Zeißig geblitzt. Die Stadt-Statistik gibt Auskunft zu Details:

Wo wurden bei mobilen Kontrollen die meisten Raser erwischt?

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Mit 594 Anzeigen ist der auf 30 km/h begrenzte Schmiedeweg in Zeißig der Spitzenreiter. Hier wurden 21 Kontrollen durchgeführt und 5.572 Fahrzeuge gemessen. Mehr als doppelt so oft, nämlich 47 Mal, stand das Blitzgerät in Bröthen. Von 18.140 Fahrzeugen waren 368 zu schnell, das sind 2,03 Prozent. Die höchste Trefferquote gab es mit 15,14 Prozent im 30-km/h-Geltungsbereich der Dresdener Straße in der Altstadt. Dahinter verbergen sich 190 Anzeigen im Ergebnis von gerade einmal zehn Kontrollen im Verlauf des Jahres.

Wie viele Fahrzeuge wurden mitdem mobilen Blitzer gemessen?

In Summe waren das 97.034 Fahrzeuge gewesen, bei den 88 Kontrollen in der Altstadt rund 9.000, bei den 121 Kontrollen in der Neustadt knapp 29.000 und bei den 240 Messungen außerorts und in den Ortsteilen etwa 60.000 Fahrzeuge. In der Altstadt wurde häufiger zu schnell gefahren. 360 geblitzte Fahrzeuge sind 4 Prozent. In absoluten Zahlen gab es außerorts und in den Ortsteilen (1.754) sowie in der Neustadt (966) zwar deutlich mehr Raser. Insgesamt liegt die Quote hier aber unter 3 Prozent.

Gab es Kontrollpunkte, an denen kein Raser geblitzt wurde?

Derer gab es gleich mehrere und nicht nur solche, wo lediglich einmal im Jahr geblitzt wurde wie auf der Straße zwischen Schwarzkollm und Neukollm, der Alten Berliner Straße, der Kirchstraße und Spremberger Straße jeweils in der 20er-Zone und der Thomas-Müntzer-Straße. So waren bei den acht Kontrollen auf der Niederkirchnerstraße, bei den sechs Kontrollen auf der Rosa-Luxemburg-Straße, bei den vier Kontrollen auf der Liselotte-Herrmann-Straße im 50er-Abschnitt und bei den drei Kontrollen auf der Teschenstraße alle Fahrzeugführer vorbildlich unterwegs.

Wie oft haben die stationären Blitzgeräte teure Fotos geschossen?

In Dörgenhausen hat es 89 Mal geblitzt, in der Weinerstraße 98 Mal, an der Dresdener Straße (B 97) Am Adler immerhin 1.060 Mal und an der Bautzener Straße in Zeißig sage und schreibe 4.332 Mal.

Wie kommt es zu den ziemlich gravierenden Unterschieden?

Das hat etwas mit der Betriebsdauer zu tun. So war die Blitzersäule an der Erich-Weinert-Straße nur vom Juli bis September und der Starkasten an der Dorfstraße in Schwarzkollm aufgrund von Straßenschäden und Störungen der Energieversorgung überhaupt nicht mit einer Kamera ausgerüstet. Die Blitzersäule am Wasserturm Am Adler wurde erstmals im April wieder „scharf“ gestellt. Sie war zuvor ein halbes Jahr nach einem Anschlag mit Pyrotechnik nicht in Betrieb gewesen. Im gesamten Jahr 2019 kam sie auf sieben Betriebs-Monate, wobei 1.060 Raser geblitzt wurden. Die Anzahl der registrierten Geschwindigkeitsüberschreitungen bewegte sich in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. 2017 waren es 1.120 gewesen, im Jahr 2018 bis zum Anschlag Anfang September schon 920.

Warum war die Treffer-Anzahl der Zeißiger Blitzer so hoch?

Vermutlich liegt das daran, dass die gesamte Ortslage Zeißig – auf Wunsch des Ortschaftsrates – im Juni zur Tempo-30-Zone wurde. Im Zeitraum 14. Juni bis 5. Juli, so die Auskunft aus dem Bürgeramt, wurden alle Messungen im „Testbetrieb“ durchgeführt, um die Fahrzeugführer für die neue Situation zu sensibilisieren. Es gab also keine Knöllchen. Nach dem Verstreichen der Eingewöhnungsphase folgte dann ein Blitzlicht-Gewitter, wobei aber nur noch bis Ende September gemessen worden war.

Wurden die Fahrzeugführer vom Blitzer in Dörgenhausen überrascht?

Mit Verkehrsfreigabe der Wittichenauer Straße Ende September ging der dort vorhandene Starkasten wieder in Betrieb. Allerdings wurde auch die vor dem Straßenbau geltende Geschwindigkeitsbeschränkung für Lkw von 30 km/h aufgehoben. Die Einhaltung der 50 km/h wird größtenteils beachtet. Dafür sprechen die gerade mal 89 bis zum Jahresende geblitzten Fahrzeuge. Per Geschwindigkeitsanzeigetafel wird zudem freundlich auf die innerorts zulässige Höchstgeschwindigkeit hingewiesen. Das sollte eine gewisse „Bremswirkung“ haben.

Mit welcher Geschwindigkeit wurde der „Spitzenreiter“ geblitzt?Geschwindigkeitsüberschreitungen von 31 km/h und mehr wurden innerorts 50 (mindestens ein Monat Fahrverbot, zwei Flensburg-Punkte und 160 Euro Geldstrafe – laut damals geltenden Bußgeldkatalog) und außerorts elf Fälle (mindestens 120 Euro Geldstrafe und ein Flensburg-Punkt) registriert. Rekordhalter unter den geblitzten Rasern war ein Fahrzeugführer, der am 10. Juli in den Abendstunden in Neukollm außerhalb geschlossener Ortschaften bei erlaubten 70 km/h mit sage und schreibe 174 Stundenkilometern gemessen wurde. Abzüglich der Toleranz (3 Prozent) waren das dann 168 km/h. Das hat ihm ein Bußgeld in Höhe von 600 Euro, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot eingebracht.

Sind Veränderungen von Standorten der stationären Blitzer geplant?

Eine Veränderung der bestehenden Standorte ist derzeit nicht vorgesehen, heißt es aus dem Bürgeramt. Die Wiederinbetriebnahme in Schwarzkollm erfolgte zwischenzeitlich. Die Inbetriebsetzung der Messanlage in Zeißig ist abhängig von den geplanten Straßenbauarbeiten im kommenden Jahr und der tatsächlichen Verkehrsentwicklung. „Dafür erfolgt eine dauerhafte Messung mit der Geschwindigkeits-Anzeigetafel im Schmiedeweg“, so die Auskunft aus dem Bürgeramt, aus dem es außerdem heißt: „In Prüfung ist die Installation eines weiteren Standortes, wofür noch mehrere Straßen infrage kommen, unter anderem die Kühnichter Straße.“

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