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Fast ein Kilometer Alltagsgeschichte

Diesen Sonnabend erscheint die immerhin 6.000. Rödertal-Chronik in der SZ. Dazu gibt’s viel zu erzählen.

© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Arbeiten in Görlitz

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Radeberg. Schon damals war es eine beachtliche Zahl: 540 Meter wären es gewesen, wenn man im Februar 2013 alle bis dahin in der Radeberger SZ erschienen 4.500 Rödertal-Chroniken aneinandergereiht hätte. Das hatte Regionalhistoriker Hans-Werner Gebauer damals ausgerechnet – der Langebrücker Regionalhistoriker hatte am 4. Mai 1998 die Idee gehabt, diese kleine, feine Kolumne täglich in der damals noch neuen Rödertalausgabe der SZ zu veröffentlichen. Am heutigen Sonnabend ist es nun also die mittlerweile 6. 000. Rödertal-Chronik, die gedruckt wird. Was ansich schon eine stolze Zahl ist. Aber natürlich haben wir nochmal nachgerechnet: Mittlerweile wären es beachtliche 720 Meter, die eine Chronik-Reihe ergeben würden … Fast ein Kilometer Historie also!

Und nach wie vor ist der gut 25 Zeilen lange Blick in die Vergangenheit des Rödertals für viele Leser auch der erste Blick in den Lokalteil. Kleine Episoden erzählt Hans-Werner Gebauer – Episoden, die er in alten Akten oder auf den vergilbten Seiten historischer Radeberger Zeitungen gelesen hat. Ein Blick in den Alltag der Altvorderen. Ein Blick, der meist mehr erzählt, als es die bloßen Fakten und Jahreszahlen in den Geschichtsbüchern tun. Aber natürlich holt Hans-Werner Gebauer in seinen Chroniken auch regelmäßig im Staub der Archive vergessene Fakten und Zahlen zurück ins Heute. In der ersten Rödertal-Chronik erfuhren die Leser beispielsweise, wie viele Tiere im Mai 1898 auf dem Radeberger Viehmarkt verkauft worden waren: 118 Pferde, 297 Rinder, 87 große und 197 kleine Schweine – also insgesamt 699 Tiere, die ihren Besitzer wechselten.

Es sind diese vermeintlich kleinen Details, die den großen Reiz der Rubrik ausmachen. Eine Rubrik, die viele Fans hat. Viele davon kamen am gestrigen Freitag zum Gratulieren. Zu gleich zwei Veranstaltungen hatte Hans-Werner Gebauer ins „Papperlapapp“ an der Röderstraße in Radeberg eingeladen. Und er verriet dabei, dass die Rödertal-Chronik durchaus auch hilft, bisher noch gar nicht Dokumentiertes ans Licht zu bringen: „Regelmäßig klingelt bei mir das Telefon und Leute erzählen mir witzige, aber manchmal auch zu Herzen gehende Geschichten, weil sie etwas Ähnliches gerade in der Chronik in der SZ gelesen haben“, beschreibt er.

Und den kompletten Kilometer Rödertal-Chroniken will er in jedem Fall noch schaffen!