SZ +
Merken

Fastentuch verhüllt den Altar bis Ostersonntag

In der Ullersdorfer Kircheist auf diesem Tuch eine Bilderbibel zu sehen.

Teilen
Folgen

Von Bernhard Donke

Die Glocken der Ullersdorfer Kirche waren am Aschermittwoch um 18 Uhr kaum verklungen, da gedachten die versammelten Mitglieder der kleinen Kirchgemeinde gemeinsam mit Pfarrer Helmut Andreas Spengler in einer kurzen Passionsandacht der beginnenden Leidenszeit Jesu Christi. Es ist die Zeit, in der Jesu Christi, Gottes Sohn, für die Menschen gelitten hat, für sie ans Kreuz geschlagen wurde, starb und am dritten Tag wieder auferstand.

Gemeinsam wurden Auszüge aus der Passionsgeschichte vorgelesen, und der Pfarrer erinnerte die Gemeindemitglieder daran, dass die nun beginnende 40-tägige Fastenzeit nicht immer heißt, dass man verzichten muss. Vielmehr meinte er in seiner Andacht, dass diese Zeit auch eine Zeit ist, in der man den Mitmenschen vieles geben kann, auf das man während der Fastenzeit verzichtet. Denn Fasten heißt nicht allein Verzicht auf Essen,Trinken und die vielen anderen, das Leben versüßenden Dinge. Es ist auch eine Zeit, in der man gewinnen kann, und sei es die Zeit, die man gewinnt, weil man auf verschiedene Dinge wie Fernsehen, Autofahren, Müßiggang verzichtet. Diese gewonnenen Stunden sollte man Mitmenschen widmen, für die man sonst manchmal kaum Zeit hat.

Im Anschluss an die kurze Andacht verhüllten Friedhold Singer und Pfarrer Helmut-Andreas Spengler den Altar der Kirche mit dem Ullersdorfer Fastentuch. Das Tuch wird nun in der 40 Tage dauernden Fastenzeit den Altar vor den Augen der Menschen verhüllen. Das Verhüllen macht deutlich, dass Jesus, der die Verbindung Gottes zu den Menschen darstellt, vorübergehend für die Menschen nicht mehr präsent ist. So bleibt das Tuch mit seiner Bilderbibel, wo die Jesusgeschichte, das Evangelium, bildhaft wiedergegeben ist, für die Zeit der Passion. Mit seiner Auferstehung zu Ostern hat dann Jesus den Tod besiegt.