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Faszination Astronomie

Vereine in Hoyerswerda und Krauschwitz teilen eine Leidenschaft. Vorträge, Treffen, Reisen gehören zum Vereinsleben.

Peter Lindner mit einem Historischen Mondglobus, der den Stand von 1959 zeigt. Ein Teil der Mondoberfläche war damals noch nicht bekannt. Im Hintergrund die ZKP-1, die den sichtbaren Sternhimmel an die Kuppel des Planetariums projeziert.
Peter Lindner mit einem Historischen Mondglobus, der den Stand von 1959 zeigt. Ein Teil der Mondoberfläche war damals noch nicht bekannt. Im Hintergrund die ZKP-1, die den sichtbaren Sternhimmel an die Kuppel des Planetariums projeziert. © Foto: Juliane Mietzsch

Hoyerswerda/Krauschwitz. Seit 1969 gehört das Planetarium zum Stadtbild von Hoyerswerda. Innerhalb von drei Jahren wurde es erbaut und im vergangenen Jahr konnte das 50-jährige Bestehen begangen werden. Eng damit verbunden ist auch der Astronomische Verein Hoyerswerda. Seit 1995 nutzen die Mitglieder das Planetarium. Denn damals im April wurde der Verein gegründet. Das liegt mittlerweile 25 Jahre zurück. Gefeiert werden konnte dieses Jubiläum bisher noch nicht, aber das soll nachgeholt werden, erzählt Peter Lindner. Er ist der Vorsitzende und war bereits an der Gründung beteiligt. Wenn er sich zurückerinnert, dann begann es damals mit einem Aufruf in den lokalen Medien. Ein Initiator war unter anderem der Lehrer Walter Spangenberg. Etwa 30 Interessierte kamen zunächst zusammen. Eine kleinere Gruppe von circa 15 etablierte sich, denn „es gab unterschiedliche Vorstellungen von der Vereinsarbeit“, schildert Peter Lindner. Auch heute sind es noch ähnlich viele Vereinsmitglieder – Wegzüge und Neuzugänge berücksichtigt.

Peter Lindner sieht es als guten Verdienst an, dass heute noch das Planetarium durch den Verein genutzt wird und monatlich Veranstaltungen stattfinden, die allen Interessierten offenstehen. Die Vorträge werden vornehmlich durch Vereinsmitglieder gehalten. „Das ist authentischer, und die Vorbereitung macht Spaß.“ Besonders das Thema Mond zieht immer viele Begeisterte an, weiß Peter Lindner zu berichten. Denn es ist wohl die deutlichste Erscheinung am Nachthimmel. Auch von Erfolgserlebnissen bei der Beobachtung berichten die Laien dann – ein Feedback, das Peter Lindner erfreut.

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Rüdiger Mönch vor seiner privaten Sternwarte in Krauschwitz. Dort beobachtet er und hält Vorträge. Das Motiv an der Außenseite des Turms zeigt die Oberfläche des Jupiter, die 2002 bei einem Überflug aufgenommen wurde.
Rüdiger Mönch vor seiner privaten Sternwarte in Krauschwitz. Dort beobachtet er und hält Vorträge. Das Motiv an der Außenseite des Turms zeigt die Oberfläche des Jupiter, die 2002 bei einem Überflug aufgenommen wurde. © Foto: Joachim Rehle

Bis nach China

Ihn fasziniert die Astronomie seit seiner Schulzeit. Damals war er schon in einer Arbeitsgemeinschaft aktiv. Doch erst 1995 kaufte er sich ein erstes Teleskop. Vorher beobachtete er lediglich mit einem Fernglas. Das sei für Einsteiger völlig ausreichend. Seit 2010 besitzt er sogar eine eigene Sternwarte. Damit entfällt der aufwendige Auf- und Abbau des Teleskopes. Nach eigener Angabe kommt er auf etwa 100 Beobachtungsnächte pro Jahr. „Ich kann dabei völlig entspannen und genießen.“ Auch mitten in der Nacht steht er für eine Beobachtung auf. In den letzten Jahren konnte er schon einige beeindruckende Ereignisse miterleben. Im August 1999 fuhr er für eine Sonnenfinsternis sogar spontan bis nach Ungarn. Das hatte zur Folge, dass er für sich und seine Tochter keine Unterkunft fand und sie die Nacht im Auto verbrachten. Aber das Erlebnis hat entschädigt. Mittlerweile gibt es auch Reiseunternehmen, die sich auf solche Interessen spezialisiert haben, kann Peter Lindner berichten. Mit seiner Familie reiste er 2009 für die längste totale Sonnenfinsternis des Jahrhunderts nach China. Die Sicht verschlechterte sich durch Regenschauer. „Man kann nicht immer Glück haben.“ Als besonderes Highlight benennt er den Venustransit. Dabei stehen Venus, Sonne und Erde auf einer Linie und die Venus streift die Sonne. „Es ist ein Erfolg, das einmal im Leben beobachten zu können.“ Peter Lindner hatte sogar schon zweimal Glück: 2004 und 2012 war die Beobachtung dieses Schauspiels in Hoyerswerda möglich. Das nächste Mal gibt es die Konstellation erst im Jahr 2117. Peter Lindner fasziniert es, dass Berechnungen so präzise möglich sind und dann die Ereignisse auch tatsächlich eintreten.

Die Sternwarte im Wohnhaus

Regelmäßig ist er mit dem Verein bei Telekoptreffen vertreten – ein Ort des Austausches für Hobbyastronomen. So entstand vor Jahren auch der Kontakt zu Rüdiger Mönch. Er ist Vorsitzender des Vereins Lausitzer Sterngucker, der seit 2004 besteht. Zu dieser Zeit fanden schon seit einigen Jahren regelmäßig Vorträge statt. Eine feste Gruppe Interessierter gab es, und so lag die Vereinsgründung auf der Hand. Heute zählen die Lausitzer Sterngucker etwa 15 Mitglieder, und der Nachwuchs steht schon bereit. Er erzählt von einem Siebtklässler, der schon eigene Aufnahmen macht. Rüdiger Mönch hat die Leidenschaft zur Astronomie von seiner Familie. Der Vater und die Brüder haben ihn sozusagen eingeführt. So gibt es auch regelmäßig Kooperationen zwischen dem Verein und Schulen oder Kindergärten. Dabei kann meist darauf eingegangen werden, „was die Lehrer wünschen“. Dann haben schon mal 25 Kinder Platz in der privaten Sternwarte von Rüdiger Mönch, die er auf diesem Weg auch gerne der Öffentlichkeit zugänglich macht. In seinem Wohnhaus in Krauschwitz ist ein Turm samt Kuppel integriert. Es gibt nur wenige vergleichbare Bauten, wie Rüdiger Mönch zu berichten weiß. „Das Haus haben wir damals mit der Sternwarte geplant.“ 1994 wurde die Kuppel mithilfe eines Krans aufgesetzt und ein etwa dreijähriger Innenausbau folgte. Ab 1998 hat er dann zu Vorträgen eingeladen.

Ein wichtiger Bestandteil ist auch die vereinsinterne Fortbildung. Ausflüge an die TU Dresden, nach Jena, Babelsberg oder in die Deutsche Raumfahrtausstellung nach Morgenröthe-Rautenkranz fanden in der Vergangenheit statt. Normalerweise werden monatliche Vereinstreffen begangen. Vor der Pandemie war auch eine Zusammenarbeit mit der Station Junger Naturforscher und Techniker in Weißwasser geplant. Der Tag der offenen Tür wurde verlegt. Damit bleibt Zeit für andere Projekte. Rüdiger Mönch erzählt von der Idee, ein Teleskop mit einem Monitor zu bauen, auf den der Betrachter schaut. Damit können Beobachtungen sehr gut nachempfunden werden. Denn sowohl ein bewölkter Himmel, als auch Lichtverschmutzung können stören. Besonders die Starlink-Satelliten stellen derzeit ein Ärgernis dar. Mit der Sicht nach Süd-Osten lässt Rüdiger Mönch in seiner Sternwarte zumindest die Stadt(lichter) hinter sich.

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