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Faule Fahrer verärgern Stausee-Besucher

Tourismus. Jetzt soll ein Verbotsschild an derZufahrt Autos von der Promenade fern halten.

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Von Heiko Engel

Immer mehr Bautzener wollen sich an den Wochenenden am Stausee vergnügen, Kaffee trinken, Eis essen, baden. Jetzt trübt ungebetener Autoverkehr die gute Stimmung. Statt ihren Wagen abzustellen, fahren manche Sonnenanbeter über die Promenade fast bis an den Strand. Mandy Koksch – die junge Frau eröffnete zu Ostern „Mandy’s Imbiss- und Eisterasse“ – fürchtet deshalb um ihre Gäste. Denn die Autos wirbeln Staub auf, und das geht den Besuchern kräftig auf die Nerven, berichtet die Wirtin. Auch für spielende Kinder bestehe Gefahr, und das nicht nur auf der Strandpromenade. Wagen seien ganz nah an ihrer Hüpfburg vorbeigefahren. Die Folge: „Eltern mit Kindern kommen nicht mehr.“

Sie griff bereits zur Selbsthilfe und bat an manchen Wochenenden bis zu 20 Autofahrer, doch bitte die Fahrzeuge vor dem Stauseeareal abzustellen. Mit mäßigem Erfolg. „Die Leute kommen einem auch noch dumm.“ – Auch Uwe Winkler hat die wachsende Beliebtheit des Sees schon zu spüren bekommen. Der Burker wohnt direkt an der Zufahrt, und vor einiger Zeit fand er eine Absperrvorrichtung in seinem Frühbeet. Irgendwer habe sie wahrscheinlich herausgerissen, um aufs Gelände fahren zu können, vermutet Winkler. Von lauter Musik und den Strandfeten bekomme er allerdings nichts mit. „Die Autobahn ist spürbarer, es rauscht Tag und Nacht, die Fenster kann man kaum noch offen lassen.“ Mit Sorge beobachtet Winkler allerdings das Gedränge auf der Zufahrtsstraße. Bei Hochbetrieb seien beide Seiten mit Autos voll gestellt. „Da kommt die Feuerwehr nicht mehr durch“, ist Winkler sicher. Ein Parkverbot auf einer Seite wäre seiner Meinung nach die richtige Lösung.

Ob ein entsprechendes Schild aufgestellt wird, ist allerdings fraglich. Die Stausee-Verantwortlichen wollen vor allem die Autos vom Gelände fern halten. „Die Promenade ist ein Rad- und Wanderweg“, sagt Olaf Bludau von der Beteiligungs- und Betriebgesellschaft Bautzen. Das Unternehmen kümmert sich im Auftrag der Stadt um das Areal. In den kommenden Wochen werde ein Verbotsschild aufgestellt, kündigt Bludau an. „Wir hoffen, dass dieses Verkehrszeichen ausreicht.“ Eine Schranke oder massive Poller als zusätzliche Abschreckung seien nicht vorgesehen. Es bleibt bei den nicht sonderlich stabilen Absperrbügeln. Trotzdem, Mandy Koksch sieht das Verbotsschild als Fortschritt. „Wir können dann Anzeigen machen.“Sie will am Stausee weiter Kaffee und Kuchen verkaufen. „Eigentlich ist es schön hier.“

Für die Polizei ist der Stausee bisher kein Thema: „Es liegen keine Anzeigen vor, auch Bürgerhinweise gibt es nicht“, sagt Andreas Wolf von der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien. Beamte seien lediglich auf ein paar „Schwarzangler“ gestoßen.Auf ein Wort