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FDP-Kreistagschef schlägt scharfen Ton an 

Der geplante Straßenbau zwischen Stürza und Heeselicht ohne Radweg sorgt weiter für Ärger. Es sei wiederum ein Schlag gegen den ländlichen Raum, sagt Uwe Steglich.

Uwe Steglich, Bürgermeister  von Stolpen und Chef der FDP-Kreistagsfraktion.
Uwe Steglich, Bürgermeister von Stolpen und Chef der FDP-Kreistagsfraktion. © Archivfoto: Daniel Förster

Die Ankündigung, den Straßenbau zwischen Stürza und Heeselicht vorerst ohne Radweg anzugehen, entgegen den Versprechen vor der Landtagswahl, sorgt weiter für heftige Kritik. 

Die FDP-Kreistagsfraktion wirft Sachsens alten und neuen Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) Wortbruch vor. "Jetzt sind die Wahlen vorbei, und es gibt jetzt wohl Wichtigeres zu tun, als sich um einen so unbedeutenden Radweg im hintersten unentwickelten ländlichen Raum zu kümmern", schreibt Uwe Steglich, Chef der FDP-Kreistagsfraktion, in  seiner Pressemitteilung zum Thema Radweg an der Staatsstraße S161 zwischen Heeselicht und Stürza. 

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Als Bürgermeister von Stolpen ist er auch selbst davon betroffen. Und der Ton wird noch schärfer. Er fragt: "Was ist aus ihrem Versprechen und ihrer Bereitschaft von 2019 geworden? Interessieren sie überhaupt noch die Hinweise und Wünsche aus der Bevölkerung? Wir haben häufiger das Gefühl, dass die Bürger und ihre Meinungen und Wünsche eher stören, als ernst genommen zu werden." Steglich beruft sich auf das Versprechen von Dulig im August 2019, auf besagter Trasse die Verringerung der Straßenbreite auszusetzen und die gefährlichen Kreuzungsbereiche zu entschärfen. 

Bürger für Wahlkampf missbraucht?

Jetzt wurde die Fahrbahnerneuerung ausgeschrieben, der Bau soll umgehend beginnen, ohne Radweg. Stutzig macht Uwe Steglich und seine Fraktion nun die Aussage, der Radweg wäre noch in einer sehr frühen Vorbereitungsphase. Er fragt: "Wird das wieder einmal ein Planungsmarathon und Verwaltungsmonster? Wie lange wird es noch dauern, bis der Radweg gebaut wird, zwei, vier, acht Jahre oder länger?" Aus Sicht des FDP-Kreistagsfraktionschefs wäre es nur fair und bürgerfreundlich gewesen, die Betroffenen mitzunehmen und vor der Ausschreibung einen Kompromiss zu finden, welcher alle zufrieden stellt. Schließlich begeben sich ja vor allem die Anwohner in Gefahr, besonders ihre Kinder, die auf der Straße in den jeweiligen Nachbarort mit dem Fahrrad fahren.

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Hart geht Steglich auch mit der heutigen Justizministerin Katja Meier (Bündnis 90/Grüne) ins Gericht. Sie hatte ebenfalls vor den Landtagswahlen den Straßenbau ohne Radweg kritisiert. Und jetzt? Uwe Steglich dazu: "Frau Ministerin Meier und auch ihre Fraktionskollegen haben jetzt wohl größere Aufgaben im Visier, als sich um einen so unbedeutenden Radweg weit ab von der Metropole Dresden zu kümmern." Auch die Bürger im ländlichen Raum würden sich wünschen, dass ihre Anliegen und Probleme nicht für den Wahlkampf missbraucht werden. Und man sollte ihnen nichts versprechen, woran sich dann nach den Wahlen die Politiker nicht gern oder gar nicht mehr erinnern.

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