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Fehlende Bauteile bremsen schnelles Internet aus

Langebrück sollte schon zum Jahreswechsel mit Hochgeschwindigkeit surfen. Der Plan gelang nur teilweise.

© Thorsten Eckert

Von Thomas Drendel

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Langebrück. Wenn auf dem Bildschirm statt dem Serienhelden eine Sanduhr zu sehen ist, dann ist klar, das Internet lahmt. In Langebrück hofften Filmfreunde, ihre Lieblingsstreifen schon zu Weihnachten ruckelfrei gucken zu können. Die Telekom hatte im Frühjahr 2017 angekündigt, bis Dezember einen Großteil der Haushalte mit schnellen Leitungen zu versorgen.

Ende des vergangenen Jahres hieß es, das ist nicht ganz zu schaffen. „Die Telekom steht vor dem Dilemma wie andere Bauherren auch. Viele Baufirmen, die bei solchen Projekten als Subunternehmen eingesetzt werden, sind bis an ihre Grenzen ausgelastet. Deshalb kommt es zu Verzögerungen“, sagte der Langebrücker Ortsvorsteher Christian Hartmann (CDU). Die Telekom investiere deutschlandweit fünf Milliarden Euro in den Ausbau des schnellen Internets und gelange damit an die Grenzen.

Jetzt kommen offenbar neue Schwierigkeiten dazu. Nach Angaben von Telekom-Sprecher Georg von Wagner kann ein Lieferant notwendige Hardware, also elektronische Bauteile nicht pünktlich liefern. „Hintergrund ist die bundesweit hohe Nachfrage. Das Unternehmen wird die Hardwarekomponenten nach und nach zur Verfügung stellen. Diese werden eingebaut und in Betrieb genommen“, sagt der Telekom-Mitarbeiter. Er geht davon aus, dass die weiteren Zuschaltungen in den kommenden Wochen erfolgen können. Welche Haushalte in der nächsten Zeit ans Netz kommen, teilte das Kommunikationsunternehmen nicht mit.

Nach Abschluss des Projektes sollen in Langebrück insgesamt 1400 Haushalte Zugang zu schnellen Datenleitungen haben. Damit ist nahezu der gesamte Ort versorgt. Nur Teile des Langebrücker Unterdorfes kommen noch nicht in den Genuss des schnellen Internets. Im Ort hat die Telekom mehrere Kilometer Glasfaser verlegt. Sie wurden an modernisierte Verteilerkästen angeschlossen. Dort wird das Lichtsignal von der Glasfaser in ein elektrisches Signal umgewandelt. Von den Kästen gelangen die Daten über die bestehenden Kupferleitungen in die Wohnungen. Nach Angaben des Unternehmens müssen die Mitarbeiter nicht in die Wohnungen. Gegebenenfalls müssen sich Nutzer neue modernere Router anschaffen. Dann sind Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) möglich. Wer weiter von einer solchen Verteilerstation entfernt wohnt, wird diese Rate nicht ganz erreichen. Mindestens 30 MBit/s sollen aber überall anliegen.

Kunden anderer Anbieter also von Vodafone oder O2 kommen ebenfalls in den Genuss der schnelleren Übertragungsraten. Automatisch wird das höhere Tempo allerdings nicht gewährt. Interessenten müssen das bei ihrem Telefonanbieter beantragen. Das ist in den jeweiligen Shops oder auch über das Internet möglich.