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Bischofswerda

Fehlplanung am Großharthauer Norma?

Bereits dreimal stand schon Wasser in dem neugebauten Discounter – obwohl es noch nicht mal heftiges Unwetter gab.

Bereits dreimal lief Regenwasser in den neuen Norma-Markt in Großharthau. Die Feuerwehr musste auch schon zum Wasserschieben ausrücken. Nun soll die Baufirma die Regenrinne verlängern.
Bereits dreimal lief Regenwasser in den neuen Norma-Markt in Großharthau. Die Feuerwehr musste auch schon zum Wasserschieben ausrücken. Nun soll die Baufirma die Regenrinne verlängern. © privat

Großharthau. Der erst vor Ostern in Großharthau eröffnete Norma-Markt hat ein Regenwasserproblem. Die dort eingebauten Regenrinnen sind scheinbar zu klein und mit der Aufnahme von größeren Wassermengen überfordert. 

Bereits dreimal sei der Discounter in den zurückliegenden Wochen abgesoffen, berichtet ein Großharthauer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Der Leser, nennen wir ihn Dieter Lehmann, kann das nicht verstehen. Er sagt, dass es ihn schon sehr erstaune, wie manche Planer heutzutage arbeiten. „Wie schafft man es angesichts eines fachlich fundierten Ingenieur-Studiums und modernster, äußerst hilfreicher Lasertechnik, dass selbst bei relativ geringen Regenmengen immer wieder Wasser in den Markt läuft?“ Er glaubt, dass dies offensichtlich an einem Planungsfehler liegt. „Eigentlich baut man doch so, dass man Wasser vom Gebäude fernhält.“ Doch am Norma fließe das Wasser von der am Hang gelegenen Parkplatzeinfahrt ungehindert direkt zum tiefsten Punkt – dem Markt – hin. „Und dann läuft die Brühe rein.“

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Fürs Personal heißt es dann, Wasser schieben. Auch die Feuerwehr wurde schon zweimal alarmiert, denn die Norma-Mitarbeiterinnen befürchteten, dass das eindringende Nass die Kassen-Elektronik beschädigt. Inzwischen liegen Wasserschläuche und Sandsäcke, welche die Feuerwehr zur Verfügung gestellt hat, am Markt-Eingang. Sie sollen das Eindringen von Wasser verhindern.

Nur ein halber Fußweg

Ob das wirklich hilft, wenn ein richtiger Starkregen niedergeht, wagt Dieter Lehmann zu bezweifeln. „Da kann ich die Waren dann vielleicht schon am Eingang in Empfang nehmen, weil sie mir entgegenschwimmen“, unkt der Großharthauer. Soweit soll es aber nicht kommen, so Juliane Kubitz, Gebietsleiterin des Discounters. Die Baufirma habe den Auftrag, bis Ende der Woche nachzubessern, erklärt sie. Die Gebietsleiterin sieht die Ursache für die Überschwemmung darin, dass die Regenrinne zu kurz sei. Sie reiche nicht bis an die Gebäudewand ran, sagt sie. Das soll nun geändert werden. Dieter Lehmann hingegen glaubt, dass die Regenrinne zu klein dimensioniert ist. Denn nach dem ersten Wassereinbruch habe die Baufirma noch ein Stückchen Regenrinne am Eingang ergänzt. Trotzdem gab es danach noch zwei Überschwemmungen. Auch die Kameraden der Großharthauer Wehr vermuten den Fehler in einer zu kleinen Rinne.

Was Dieter Lehmann ebenfalls ärgert, ist die Tatsache, dass es quasi nur einen halben Fußweg bis zum Supermarkt gibt. Wer von der B 6 gelaufen kommt, kann den Gehsteig nur bis zur Einmündung Wesenitzaue nutzen. Danach muss er über einen Unkrautacker oder auf der Straße gehen. Für Bewohner des in der Nähe befindlichen Pflegeheimes, die mit Rollstuhl oder Rollator unterwegs sind, schlecht machbar. Zumal die Wesenitzaue die Straße ist, auf der die Feuerwehr zu ihren Einsätzen ausrückt. „Da ist man besser nicht auf der Straße unterwegs“, weiß Dieter Lehmann. Aber auch etliche andere Fahrzeuge rollen dort vom oder zum Supermarkt. Großharthaus Bürgermeister Jens Krause kennt das Problem. „Wir werden eine Lösung finden“, verspricht er. Wie genau die aussieht, stehe noch nicht fest. Aber eins ist bereits klar: Die Fußgänger kommen dann sicher bis zum Markt.

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