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Fehlt für die Marktbelebung das Eigenkapital?

Ohne Investitionen wird das Zentrum nicht zu beleben sein. Die Banken unterstützen, werden aber nichts verschenken.

Von Heike Stumpf

Die in der Zukunftswerkstatt mitarbeitenden Roßweiner richten ihren Fokus jetzt wieder auf den Marktplatz und das unmittelbare Umfeld. Schon seit dem ersten Treffen der ehrenamtlichen Zukunftsplaner im vergangenen Jahr stand fest, dass das Zentrum wenig attraktiv ist und das dort hinein Kraft gesteckt werden muss. „Gewollt sind Zuzug und eine Belebung der Geschäfte“, brachte es Sabine Wild von der Landesbausparkasse (LBS) auf den Punkt. Sie hatte ihre Informationen am Dienstagabend darauf ausgerichtet, mit welchen Hilfen Privatleute rechnen können, wenn sie ein Haus kaufen und renovieren oder einen Laden oder ein Büro in einem der Häuser am Markt einrichten wollen. Zuvor gab es schon mehrere Ausführungen von Fachleuten, welche Fördermöglichkeiten Kommune und Vereine nutzen können. Bei ihnen und auch den Privat- und Geschäftsleuten ist eines gleich: Jeder muss einen Grundstock an Kapital selbst mitbringen.

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Sabine Wild hatte an einem fiktiven Beispiel vorgerechnet, dass man rund 20 000 Euro mitbringen sollte, wenn geplant ist, ein Haus für 40 000 Euro zu kaufen und dann noch für 50 000 Euro zu modernisieren. Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) gab zu bedenken, dass es für die meisten jungen Familien wohl schwer bis unmöglich ist, so viel Geld als Eigenkapital aufzubringen. „Man müsste noch eine Co-Finanzierung des Eigenanteils hinbekommen“, meint der Rathauschef. Nur so sei aus seiner Sicht auch zu erreichen, dass junge Leute ein Reihenhaus am Markt oder einer umliegenden Straße kaufen und sich herrichten. „Wenn wir nicht ein ganz besonderes Zugmittel hier in Roßwein haben, dann können die Interessenten auch woanders hingehen. Dann haben sie keinen Grund, sich ausgerechnet für Roßwein und solch eine innerstädtische Lage zu entscheiden“, findet der Bürgermeister.

Eine Patentlösung zauberte er nicht aus dem Hut. „Ich weiß nicht, wie das gehen könnte“, gab Lindner zu. Dass die Kommune selbst Zuschüsse gibt, liegt nahe. Ob sie das dürfte, konnte der Rathauschef ohne Prüfung der rechtlichen Seite nicht sagen. SPD-Fraktionschef Uwe Hachmann hält dies aber ohnehin nicht für praktikabel. „Wir haben dafür gar nicht das Geld“, sagte er und verwies auf laufende und bevorstehende Bauprojekte wie die Schulsanierung und den Turnhallenneubau, die die Finanzen binden.

Sabine Wild wollte mit ihrer Auflistung von Fördermöglichkeiten niemanden in die Bredouille bringen. „Ich denke, Investitionen, über die wir reden, sollten länger geplant und überlegt werden“, sagte sie. Deshalb sei es aus ihrer Sicht angebracht, schon einmal von Eigenkapital und dass dies immer notwendig ist, gehört zu haben. Dabei sprach sie auch von möglichen Zuschüssen zum Aufbau dieses Kapitals.

Wofür es Förderprogramme gibt

Nachdem das Stadtsanierungsprogramm für Roßwein endet, gibt es andere Zuschüsse, die Hauseigentümer nutzen können. Dabei ist anhand des Einzelfalls zu prüfen, welches Programm passt. Unterschiedlich sind auch die Förderungen. In manchen Programmen sind Eigenleistungen in Form von Selbstzupacken möglich. Bei anderen gibt es erst am Ende Geld zurück, womit dann Kredite getilgt werden können.

Über die Sächsische Aufbaubank (SAB) können gefördert werden: Neubau und Sanierung, Einsatz erneuerbarer Energien, die Modernisierung von Kläranlagen und der Hochwasserschutz. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt die Bildung von Wohneigentum, energieeffizientes Bauen und Sanieren sowie den barrierefreien Umbau.